Christian Horner ist zurück im Fahrerlager – allerdings nicht in der Formel 1. Der ehemalige Red-Bull-Teamchef tauchte am Samstag überraschend beim Spanien-Grand-Prix der MotoGP in Jerez auf und befeuerte damit Spekulationen über einen möglichen Einstieg in die Motorrad-Königsklasse.

Gemeinsam mit Formel-1-CEO Stefano Domenicali wurde der 52-jährige Brite im Paddock gesichtet. Das finale freie Training verfolgte Horner ausgerechnet in der Werksgarage von Honda, wo er sich intensiv mit HRC-Präsident Koji Watanabe austauschte.

Während seiner Zeit bei Red Bull hatte Horner eine enge Beziehung zur Honda-Führung aufgebaut – der japanische Motorenhersteller unterstützte das Team bei vier Fahrertiteln und zwei Konstrukteurs-Weltmeisterschaften.

Horner schwärmt von „unglaublichen“ Bikes

Angesprochen auf ein mögliches Investment sagte Horner im offiziellen MotoGP-Feed: „Ich war schon immer ein großer Fan der MotoGP. Da ich im Moment etwas Zeit habe, wollte ich mir die Meisterschaft aus der Nähe ansehen.“

Besonders der neue Eigentümer Liberty Media wecke sein Interesse. „Es ist eine spannende Phase. Die Serie befindet sich unter neuer Führung im Wandel. Ich wollte mir selbst ein Bild machen.“ Die Maschinen seien „unglaublich“ – erst live erkenne man, „wie verrückt diese Geräte wirklich sind“.

Liberty hatte die Übernahme von Dorna Sports im Sommer 2025 abgeschlossen. Der Deal bewertete das Unternehmen mit rund 4,2 Milliarden Euro; seither firmiert die MotoGP unter dem Dach der börsennotierten Formula One Group. Domenicali gilt als treibende Kraft für Synergien zwischen beiden Rennserien.

Markt in Bewegung – steigt Horner ein?

Tatsächlich nimmt der Austausch zwischen den Paddocks Fahrt auf. Ex-Haas-Teamchef Günther Steiner führt seit September 2025 ein Konsortium, das das KTM-Satellitenteam Tech3 übernommen hat. Anders als in der Formel 1 können unabhängige Teams in der MotoGP komplette Motorräder von Herstellern beziehen – ein deutlich schlankeres Geschäftsmodell.

Parallel ringen Hersteller und Teams mit Dorna um den neuen Fünfjahresvertrag ab 2027. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürften entscheidend sein, falls Investoren wie Horner ernst machen.

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