Nächster personeller Paukenschlag bei Red Bull: Gianpiero Lambiase, langjähriger Renningenieur von Max Verstappen, wird den Rennstall verlassen, um sich McLaren anzuschließen. Dies teilten die Teams am Donnerstagmittag mit. Zuvor berichteten unter anderem De Telegraaf und De Limburger.

Bei McLaren wird Lambiase offiziell als „Chief Racing Officer“ arbeiten, in dieser Funktion wird er an Teamchef Andrea Stella berichten. In den vergangenen Monaten hatten mehrere wichtige Personen Red Bull verlassen. Helmut Marko schied als Motorsportberater aus, Star-Designer Adrian Newey wechselte zu Aston Martin.

Gianpiero Lambiase wechselt 2028 wohl zu McLaren
Gianpiero Lambiase wechselt 2028 wohl zu McLarenGianpiero Lambiase wechselt 2028 zu McLaren© IMAGO/Italy Photo Press

Der 45-jährige Lambiase besitzt bei Red Bull noch einen Vertrag bis Ende 2027 und soll demnach 2028 beim Rivalen aus Woking einsteigen. Bis dahin bleibt Lambiase in seiner Doppelfunktion als Verstappens Renningenieur am Funk und als Head of Racing im Einsatz.

Formel 1: Schlüsselrolle an der Seite von Verstappen

Seit Verstappens Wechsel zu Red Bull im Jahr 2016 bildet „GP“ mit dem Niederländer eines der erfolgreichsten Duos der Formel 1. Im Zuge einer Umstrukturierung rückte Lambiase zusätzlich in die neu geschaffene Rolle des Head of Racing auf und übernahm damit noch mehr Verantwortung an der Strecke.

Gerade diese Doppelbelastung machte ihn im Fahrerlager begehrt. Nach Interesse von Aston Martin und Williams soll aber nun McLaren den Zuschlag erhalten haben. Beim amtierenden Weltmeister-Team ist eine Senior-Position an der Strecke vorgesehen, in enger Zusammenarbeit mit Teamchef Andrea Stella.

Keine Nachfolge von Stella geplant

Spekulationen, Lambiase werde perspektivisch als Teamchef aufgebaut, gelten allerdings als unbegründet. Vielmehr soll er Stella operativ entlasten und seine Erfahrung in ein Team einbringen, das in den vergangenen Monaten sportlich wie strukturell gewachsen ist.

Ein ähnliches Vorgehen wählte McLaren bereits bei Will Courtenay, der Red Bull ebenfalls erst nach Ablauf vertraglicher Fristen verlassen durfte. Auch bei Lambiase wäre eine vorzeitige Freigabe theoretisch möglich, derzeit deutet jedoch alles auf einen Wechsel nach 2027 hin.

Für Red Bull ist der Abgang ein weiterer Einschnitt in einer Phase des Umbruchs. Erst im vergangenen Jahr wurde Lambiase im Zuge einer Restrukturierung befördert, nachdem Jonathan Wheatley das Team verlassen hatte. Nun verliert der Rennstall eine der prägenden Figuren an der Kommandobrücke – und Verstappen seinen engsten Vertrauten am Funk.

Für Verstappen ist dies der nächste Rückschlag in einer bislang sportlich ohnehin sehr überschaubaren Saison. Bereits zum Ende der vergangenen Saison verließ mit Helmut Marko ein enger Verstappen-Verbündeter den Rennstall. Der Vertrag des viermaligen Weltmeisters bei Red Bull läuft zwar noch bis 2028, doch der Lambiase-Abgang könnte einer möglichen Verlängerung nicht zuträglich sein.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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