In der Formel 1 sollen alle Teams unter den gleichen Bedingungen antreten. Aus diesem Grund wurde eine Budgetobergrenze eingeführt, die die Gleichheit sichern sollen.

Aus Sicht von Williams-Teamchef James Vowles verfehlt die Regelung allerdings ihr Ziel und bewirkt das Gegenteil von dem, was sie bewirken soll.

„Mit dem derzeitigen Konstrukt können wir den Rückstand nicht aufholen. Wir diskutieren das mit der FIA, der Formel 1 und den anderen Teams“, erklärte der 43-Jährige im Interview Auto, Motor und Sport.

Der Brite moniert: Teams wie Mercedes und Red Bull hätten einen infrastrukturellen Vorteil, den kleinere Teams, wie zum Beispiel Williams, unter den aktuellen Bedingungen nicht aufholen können – weil sie mit den aktuellen Regelungen nicht in Bereiche investieren können, in welchen die Top-Rennställe ihnen voraus sind.

Aston Martin als Williams-Vorbild

„Wenn wir eine Leistungsgesellschaft wollen, erlaubt mir doch bitte, das Geld auszugeben, das ich habe, um zumindest bei den Einrichtungen mit anderen Teams gleichzuziehen. Das ist die Möglichkeit, die sich innerhalb der Budgetdeckelung ergäbe“, ergänzte der ehemalige Chefstratege von Mercedes.

Dabei betonte Vowles, dass es nahezu unmöglich sei, in den Bereichen aufzuholen, wenn es so bleibt wie bisher.

Als Vorbild für Williams nennt Vowles die Entwicklung von Aston Martin: „Das zeigt, was mit der richtigen Struktur möglich ist. Ich denke, sie haben ein paar schlaue Schachzüge getätigt, sich Wissen aus verschiedenen Richtungen einzuverleiben. Dieses Team war ein gutes Team, das jetzt so aufgebaut wurde, um in die Top 3 vorzudringen.“

Vowles legt Hauptproblem offen

Diese Entwicklung würde ihn positiv stimmen, dass sie dasselbe schaffen könnten, meinte Vowles. Er machte zugleich deutlich, dass das Hauptproblem bei Williams in der Vergangenheit war, dass nicht genug Geld investiert wurde.

„Wenn man durch die Fabrik läuft, stellt man fest, dass es an Investitionen fehlte“, so Vowles. „Dieses Team steckte über Jahre in einem Überlebensmodus. Da beschäftigst du dich nicht mit dem, was in zwölf, 18 oder 24 Monaten ist. Du überlegst dir, was du morgen anstellen musst, um den Tag zu überstehen“, erklärt der neue Teamchef.