Leichtathlet Leon Schäfer hat mit großem Unverständnis auf die Absage der Para-Europameisterschaften reagiert. Dies sei „ein Desaster“, sagte Deutschlands Para Sportler des Jahres 2023 dem SID: „Wir Athleten sind jedes Jahr bereit, an den Start zu gehen und zu zeigen, was wir drauf haben. Doch leider zeigt sich immer wieder, wo der paralympische Sport in Sachen Organisation immer noch steht. Die letzte EM hat 2021 stattgefunden. Immer nur alle zwei Jahre einen Saison-Höhepunkt in Form einer WM zu haben, ist sehr schade.“
EM-Ausfall bremst Para-Athleten
Ohne die Europameisterschaften werde den Athleten die „Bühne genommen, uns zu zeigen“, führte der Sprinter und Weitspringer aus: „Wir können ohne eigenes Verschulden in diesem Jahr keine Sichtbarkeit bei einem internationalen Höhepunkt und damit auch keine Medaillen vorweisen.“ Dabei sei ein Großereignis gerade im Para Sport „eine sehr wichtige Grundlage. Da hängt sehr viel dran, zum Beispiel Fördergelder oder Sponsorenverträge“, erklärte Schäfer.
Der Weltverband World Para Athletics hatte die Suche nach einem Ausrichter unter der Woche ohne Erfolg beendet. Damit fehle nicht nur „ein wichtiger Schritt“ auf dem Weg zu den Paralympics 2028, monierte Schäfer. Vielmehr sei es gerade für junge Athleten „sehr bedauerlich. Eine EM ist eine sehr gute Bühne, um sich zu zeigen und erste Erfahrungen zu sammeln. Weil die Leistungsdichte einfach nicht so groß ist wie bei einer WM.“ Diese Chance werde ihnen „aber nun genommen“.