Arslanbek Machmudow ringt mit einem Bären. Immer wieder stemmen sich der russische Boxer und das Tier gegeneinander, dann belauern sie sich.
Die Videoclips der ungewöhnlichen Trainingseinheit tauchten vor dem bislang größten Kampf in Machmudows Karriere gegen Superstar Tyson Fury wieder im Internet auf. Der Fighter selbst hat an das Treffen keine guten Erinnerungen.
„Bist du verrückt?“
„Es war ehrlich gesagt furchtbar. Einer meiner Freunde hat mir das angeboten. Er sagte: Willst du mal was Verrücktes machen? Ich sagte: Okay, ich kann das nicht ablehnen. Aber ich werde das nie wieder tun. Der Bär hat versucht, mich zu beißen, und es war gut, dass das nicht passiert ist“, sagte Machmudow im Gespräch mit dem Guardian vor dem Schwergewichtsduell mit Fury am Samstag in London.
Das Ganze habe sich in Moskau „vor vielleicht anderthalb Jahren“ zugetragen, so der 36-Jährige. In seiner Familie habe die Aktion für Unverständnis gesorgt. „Meine Mutter hat es nicht verstanden. Sie dachte, ich hätte gesagt, ich würde nur zu einem Treffen fahren. Aber als sie das Video sah, sagte sie: Bist du verrückt? Warum machst du das? Du wirst deine Kinder nie wieder sehen, wenn du das tust“, sagte Machmudow, der so etwas „nicht noch einmal“ machen wolle.
Außenseiter gegen Fury
Gegen Ex-Weltmeister Fury, der sein Comeback nach 476 Tagen im Ruhestand gibt, ist der in Kanada lebende Russe Außenseiter. Machmudow begegnet der Aufgabe mit einer Mischung aus Respekt und Optimismus. „Ich weiß nicht, wie ich ihn schlagen werde, aber natürlich glaube ich, dass ich gewinnen werde. Dieser Typ ist eine Legende, einer der besten Schwergewichtsboxer der Geschichte“, sagte er.
Von seinen bislang 23 Profikämpfen gewann Machmudow 21, 19 davon durch Knockout. Eine seiner beiden Niederlagen erlitt er im Dezember 2023 gegen Deutschlands Hoffnungsträger Agit Kabayel, der ihn mit Leberhaken in Runde vier in die Knie zwang.