Der ukrainische Karate-Star Stanislav Horuna hat sich der Verteidigung seines Heimatlandes gegen die russische Invasion angeschlossen.
Der 33-Jährige ist auch ohne militärische Erfahrung bereit, seine Geburtsstadt Lwiw im Westen der Ukraine zu verteidigen. Dort hat er sich der Stadtverteidigung angeschlossen, wie es so viele Ukrainer in den vergangenen Wochen überall im Land getan haben.
Horuna gewann bei den Olympischen Spielen in Tokio im vergangenen Sommer die Bronzemedaille in der Klasse bis 75 kg. Kurz zuvor war er Europameister geworden und hatte dabei den fünffachen Weltmeister Rafael Aghayev aus Aserbaidschan besiegen können.
In seiner Heimat ist Horuna ein gefeierter Sportstar.
Horuna: „Mental bin ich bereit zu kämpfen“
„Mental bin ich bereit zu kämpfen. Denn ich weiß, dass ich nicht angreife, sondern verteidige“, sagte Horuna bei Radio 5 Live. Er glaube, dass die Ukraine „bald zu einem normalen Leben zurückkehren wird“.
„Natürlich ist nicht die ganze Ukraine zerstört, aber viele Städte sind völlig zerstört, einige sind halb zerstört, und die Menschen, die ihre Häuser und Städte verlassen haben, sind jetzt Flüchtlinge“, beschrieb er den Ernst der Lage: „Viele von ihnen haben das Land verlassen und ihr Leben hat sich völlig verändert. Ich wohne an einem relativ sicheren Ort, und wir versuchen, den Menschen zu helfen, die ihre Häuser verlassen haben.“
Horuna ist einer von mehreren ukrainischen Sportlern, die sich dem Widerstand gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine angeschlossen haben. Darunter befinden sich der Tennisspieler Sergiy Stakhovsky, der Schwergewichtsboxer Oleksandr Usyk und der Boxer Vasiliy Lomachenko.
Der frühere Tennis-Profi Sergiy Stakhovsky erzählt im Interview, wie er seine Familie zurücklassen musste, um sein Heimatland gegen Russland zu verteidigen. Er appelliert dabei an die Politik.
Horuna glaubt an baldiges Kriegsende
Die Brüder Vitali und Wladimir Klitschko, beide ehemalige Schwergewichtsweltmeister, sind ohnehin wichtige Gesichter der ukrainischen Verteidigung. Für Vitali Klitschko gilt das als Bürgermeister der Hauptstadt Kiew im Besonderen.
Horuna will bald mit dem Karatetraining weitermachen. „Ich schätze, dass wir in 10 Tagen, vielleicht in zwei Wochen diesen Krieg gewinnen werden, und meine Theorie ist, dass sich das Leben wieder normalisieren wird“, zeigte er sich optimistisch.
Er fuhr fort: „Ich werde wieder in der Lage sein, mein Fitnessstudio, mein Dojo zu besuchen und mein regelmäßiges Training fortzusetzen. Und ich werde mit der Vorbereitung auf das nächste Turnier oder die nächste Meisterschaft beginnen. Wir werden sehen – ich hoffe und glaube, dass der Krieg bald zu Ende sein wird, denn der russischen Armee gehen die Ressourcen aus.“