Manchester – Dem Rekordtransfer folgte die rekordverdächtige Peinlichkeit:
Erst stellte Louis van Gaal seinen 75 Millionen Euro teuren Wunschspieler Angel di Maria vor, wenig später blamierte sich der neue Teammanager von Manchester United mit seiner Mannschaft im Liga-Pokal bei Drittligist Milton Keynes Dons bis auf die Knochen.
Nach zwei Niederlagen in drei Pflichtspielen, schwebt der Geist des glücklosen David Moyes wieder über Old Trafford (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).
Das 0:4 gegen die Nobodies aus der League One rief in der britischen Presse die erwartbaren Reaktionen hervor.
Der „Demütigung“ durch die „kleinen Fische“ lag eine „katastrophale Leistung“ der Red Devils zu Grunde.
Persönliche Angriffe gegen den ohne Urlaub nach Platz drei bei der WM mit den Niederlanden angetretenen Teammanager blieben aber (noch) aus. Auch van Gaal, dem Selbstbewusstsein und Selbstherrlichkeit nicht fremd sind, wollte die Pleite nicht dramatisieren.
„Ich bin nicht geschockt, weil ich weiß, dass so etwas passieren kann“, sagte der 63 Jahre alte ehemalige Bayern-Trainer.
Edin Dzeko, Stürmer bei Stadtrivale Manchester City, lachte sich bei Twitter über die Blamage des Nachbarn kaputt.
Nun muss mit dem von Real Madrid geholten Argentinier di Maria die Wende schnell gelingen (
Der FC Barcelona muss für Antoine Griezmann nachträglich eine Millionensumme an Atlético überweisen. SPORT1 zeigt die Top 10 der Rekordtransfers.
).
Andernfalls droht van Gaal ein schweres Jahr in der erfolgsverwöhnten Arbeiterstadt. Der Plan des Niederländers orientiert sich dabei an einem einst geglückten Transfer eines Landsmanns.
„Ich habe di Maria gekauft, weil er in der Mitte oder auf der Seite spielen kann, was sehr praktisch ist. Als Bayern-Trainer habe ich Arjen Robben gekauft, der auch beides spielen konnte“, sagte van Gaal über seinen neuen Edeltechniker: „Das ist ein großer Luxus.“
Di Maria allerdings ließ durchblicken, dass der Wechsel auf die Insel nicht von ihm ausgegangen war.
„Unglücklicherweise muss ich gehen“, schrieb der 26-Jährige in einem offenen Brief in der spanischen Zeitung „Marca“: „Aber ich will klarstellen, dass es nicht mein Wunsch war.“
Für van Gaal war das nach dem Pokal-Aus die nächste schlechte Nachricht dieser Woche.