Die „Magath-raus!“-Rufe waren nicht zu überhören.

Nach dem verkorksten Saisonstart mit der dritten Pleite im dritten Spiel machten einige Anhänger des Premier-League-Absteigers FC Fulham am Mittwochabend im Craven Cottage ihrem Ärger Luft. Zielscheibe: Coach Felix Magath.

Der Trainer hatte mit seiner neuformierten Truppe gerade die zweite Heimniederlage einstecken müssen. Diesmal gegen die Wolverhampton Wanderers – einen Aufsteiger.

Bereits am vergangenen Samstag hatten die Anhänger ein 0:1 gegen den FC Milwall mitansehen müssen. Zum Auftakt hatte es ein 1:2 bei Ipswich Town gegeben.

Magath bittet um Gelduld

Nach der Schlappe entschuldigte sich Magath bei den Fans und bat erneut um Geduld.

„Wir haben ein junges Team. Ich wusste, dass es zu Beginn hart für uns werden wird“, sagte Magath. Gegen die Wanderers hatte er acht Spieler im Kader, die 21 Jahre oder jünger sind.

Das vom FC Liverpool beobachtete Talent Patrick Roberts kickte die vollen 90 Minuten. Roberts ist 17 Jahre alt.

Nach Meinung des ehemaligen Hamburgers gibt es dazu für den Traditionsklub aber keine Alternative.

„Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es richtig ist, so sehr auf den Nachwuchs zu setzen. Ich denke, für den Verein ist es das. Dass man diese Entscheidung nach drei Spielen gleich infrage stellt, ist für mich schon überraschend“, meinte der Coach zu den Äußerungen einiger Fans, die auf der Tribüne seinen Abschied forderten.

Bilanz nicht berauschend

Seine Gesamtbilanz in Fulham ist allerdings wirklich nicht berauschend. Aus 15 saisonübergreifenden Partien sprangen bloß drei Siege und drei Unentschieden heraus.

Von Fulham-Besitzer Shahid Khan hat Magath dennoch Rückendeckung für den Neuaufbau der Mannschaft.

„Als Trainer muss ich nicht nur das Ergebnis beurteilen, sondern auch die Zusammenhänge“, meinte der Coach und erklärte: „Wir brauchen Zeit. Wir haben ein junges Team. Ich wusste, dass der Saisonbeginn hart für uns werden wird.“

Nach dem Gegentor in der 15. Minute durch Bakary Sako fehlte seiner engagierten Truppe das Zutrauen – und in den beiden Strafräumen vor allen Dingen auch das Durchsetzungsvermögen.

„Mehr Ballbesitz, aber wenig Chancen“

„Wir hatten mehr Ballbesitz, aber zu wenig Chancen. Am Anfang hat der entscheidende letzte Pass gefehlt“, meinte der Coach: „Ich kann mich aber an keinen Verein erinnern, der einen Umbruch problemlos bewerkstelligt hat. So viele Veränderungen sind immer ein Problem.“

Dennoch: Bis zum Ende der Transferperiode am 31. August will sich der dreimalige Deutsche Meister Verstärkungen holen.

„Wir werden zwei, drei neue Spieler verpflichten und suchen vor allem für die Defensive“, gab Magath zu.

Eine große Baustelle ist die Torwartposition. Nach den Abgängen der letztjährigen Keeper Marten Stekelenburg und David Stockdale steht nun der 21 Jahre alte Finne Jessen Joronen zwischen den Pfosten.

Kommen Kiraly oder Hildebrand?

Der Schlussmann aus der Vereinsakademie hat allerdings genug Probleme mit sich selbst und ist derzeit noch nicht in der Lage, seinen Vorderleuten die nötige Stabilität zu geben.

Kein Wunder, dass Magath Gespräche mit den in Deutschland erprobten Keepern Gabor Kiraly und Timo Hildebrand aufgenommen hat. Einen der beiden würde er gerne auf die Insel locken.

„Dass Unzufriedenheit entsteht und Druck gemacht wird, ist doch klar. Letztlich haben wir uns das selbst zuzuschreiben“, meinte Magath.

„Diese Saison ist aber keine Sprint, sondern sehr lang. Ich bin sicher, dass wir unsere Probleme gegen körperlich stärke Gegner bald spielerischen lösen können“.

Das sei bei der Zusammenstellung der Mannschaft auch die Idee gewesen.