Ein Eklat um Gerard Piqué und dessen Klub FC Andorra hat Konsequenzen. Der Disziplinarausschuss des spanischen Verbands (RFEF) hat den Hauptaktionär des Zweitligisten für sechs Spiele gesperrt und zudem für zwei Monate suspendiert.

Hintergrund sind Vorfälle rund um das Spiel in der zweiten spanischen Liga am 1. Mai zwischen dem Klub aus dem Pyrenäen-Staat und Albacete (0:1). Piqué habe sich laut Mitteilung des Disziplinarausschusses „leicht gewalttätig“ gegenüber den Unparteiischen verhalten. Zudem sei der frühere Abwehrspieler des FC Barcelona mit Handlungen aufgefallen, „die die Würde und den Anstand des Sports verletzen“.

Gerard Piqué ist Mehrheitseigner des FC Andorra
Gerard Piqué ist Mehrheitseigner des FC AndorraGerard Piqué ist Mehrheitseigner des FC Andorra© IMAGO/NurPhoto

Nach dem Treffer zum 0:1 in der 86. Minute war es zu Protesten des FC Andorra wegen eines angeblichen Foulspiels im Vorfeld gekommen. Schiedsrichter Alonso de Ena Wolf verteilte daraufhin vier Rote Karten gegen die Bank der Gastgeber, u.a. gegen Trainer Carles Manso.

Piqué soll Schiri bedroht haben

Das Urteil der RFEF stützt sich in erster Linie auf den Bericht des Schiedsrichters, aus dem unter anderem El País zitierte. Demnach soll Piqué den Referee nach dem Spiel im Kabinengang bedroht haben.

Beim Verlassen des Stadions wurde de Ena Wolf von Sicherheitskräften begleitet. Dabei soll es zu weiteren Beleidigungen und Beschimpfungen durch Piqué und andere Vertreter des Klubs gekommen sein. Die RFEF sprach entsprechend weitere Sanktionen aus, unter anderem gegen Sportdirektor Jaume Nogués.

Laut de Ena Wolf soll Piqué unter anderem gesagt haben: „Geht lieber mit Eskorte raus, damit euch nichts passiert“ sowie „In einem anderen Land würde man euch fertigmachen, aber hier in Andorra sind wir ein zivilisiertes Land“.

Piqué legte anschließend in den Sozialen Medien nach und attackierte auch dort den Schiri und die RFEF. „Er ist ein Schiedsrichter, der nicht das erforderliche Niveau hat, und es ist offensichtlich, dass er etwas gegen unseren Verein hat“, schrieb Piqué und teilte einen bereits im März gestellten Antrag des Klubs, besagten Referee nicht mehr für Spiele des FC Andorra anzusetzen.

FC Andorra weist Bericht des Schiedsrichters zurück

Am Tag nach dem Spiel hatte der FC Andorra die Darstellungen im Bericht des Schiedsrichters zurückgewiesen. Der Verein sei der Ansicht, „dass bestimmte im Bericht festgehaltene Aspekte weder wahrheitsgetreu noch korrekt den Ablauf der Ereignisse oder die Äußerungen widerspiegeln, die während der Gespräche zwischen dem Schiedsrichter und den Vertretern des Vereins gefallen sind“, hieß es in einem Statement auf der Klub-Webseite.

Der Verein wurde zudem mit einer Geldstrafe von 1.500 Euro belegt. Darüber hinaus sind für die nächsten zwei Heimspiele die VIP- und Logenplätze des Stadions gesperrt.

Nach Angaben von El País hat der FC Andorra allein in dieser Saison aufgrund ähnlicher Vorfälle über 40.000 Euro Strafe zahlen müssen.

Piqué war mit der Kosmos Holding im Dezember 2018 beim damaligen Fünftligisten FC Andorra eingestiegen. Aktuell liegt der Klub im Mittelfeld der zweiten spanischen Liga. Piqué selbst bekleidet kein offizielles Amt bei dem Verein, ist als Mehrheitseigner aber regelmäßig bei Spielen seines Klubs vor Ort.

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