Die Füchse Berlin haben mit einem Sieg gegen Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen für neue Spannung im Titelrennen der DKB HBL gesorgt.
Die Füchse gewannen am Sonntag mit 24:20 (11:7) und fügten den Mannheimern damit die erst vierte Saisonniederlage zu.
Dreikampf an der Spitze
In der Tabelle haben die Löwen damit nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger THW Kiel, der die HSG Wetzlar mit 30:21 (16:7) bezwang. Jedoch hat der Spitzenreiter bereits eine Partie mehr ausgetragen. Einen weiteren Punkt hinter Kiel rangiert die SG Flensburg-Handewitt (SERVICE: Die Tabelle der DKB HBL).
Andy Schmid lässt sich von der 24:20-Niederlage der Löwen gegen die Füchse Berlin nicht entmutigen und blickt zuversichtlich auf den bevorstehenden Meisterschaftskampf.
„Das war ein gebrauchter Tag für uns“, sagte Andy Schmid bei SPORT1: „Das Selbstvertrauen war nach den ersten fünfzehn Minuten weg. Trotzdem bin ich fest davon überzeugt, dass unser Traum von der Meisterschaft wahr wird.“
Beste Werfer bei den Füchsen waren Europameister Fabian Wiede und Petar Nenadic mit jeweils sechs Treffern, für die Löwen traf Nationalmannschafts-Kapitän Uwe Gensheimer ebenfalls sechsmal.
Uwe Gensheimer markiert in der Schlussphase gegen die Füchse Berlin ein Traumtor. Geholfen hat es den Rhein-Neckar Löwen nicht. Nach der Niederlage sind die Verfolger dran.
Berlin hatte die Löwen über weite Strecken des Spiels vor allem dank einer überragenden Defensivleistung um Keeper Silvio Heinevetter klar dominiert und lag zwischenzeitlich sogar mit sechs Toren in Führung. Mitte der zweiten Halbzeit stemmten sich die Gäste noch einmal gegen die drohende Niederlage, doch Berlin machte mit einem starken Endspurt alles klar.
Mit unzähligen Paraden macht Berlins Silvio Heinevetter den Meisterkampf wieder spannend. Die Löwen-Offensive beißt sich am Nationalkeeper die Zähne aus.
THW landet klaren Sieg
Der THW Kiel hat derweil einen klaren Sieg gegen die HSG Wetzlar eingefahren. Durch den Erfolg gegen die Hessen zog der Rekordmeister mit nun 46:8 Punkten wieder an der SG Flensburg-Handewitt (45:9) vorbei auf Rang zwei.
Der THW Kiel schlägt den HSG Wetzlar klar mit 30:21 und bleibt Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen auf den fersen. Bester Torschütze ist Domagoj Duvnjak mit sechs Treffern.
Im Unterschied zum mühevollen Sieg gegen Kellerkind TuS N-Lübbecke zuletzt zogen die Zebras angeführt von Ex-Welthandballer Domagoj Duvnjak (6 Tore) bereits früh davon. Bereits zur Pause war die Partie praktisch entschieden.
Kiels Dominik Klein glaubt weiterhin an die Meisterschaft: „Wir wollen da sein, wir wollen bereit sein, falls es wirklich bis zum letzten Spieltag dauert. Wir wissen auch, dass wir noch schwere Auswärtspartien und auch ein Derby vor der Brust haben“, sagte der zum Saisonende scheidende Publikumsliebling bei SPORT1.
Der THW tritt am Mittwoch bei Pokalsieger SC Magdeburg an (18.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM), am Sonntag empfangen die Kieler Flensburg (So., 17.30 Uhr LIVE im TV und im LIVESTREAM)
EM-Held Wolff aufgebracht
Europameister Andreas Wolff platzte nach der klaren Niederlage der Kragen. Im SPORT1-Interview übte der Torhüter deutliche Kritik an den Teamkollegen.
„Wir haben hier ein Debakel erlebt. Fünf Minuten nach dem Anpfiff wäre ich am liebsten wieder nach Hause gefahren. Ich möchte mich nicht komplett von der Schuld frei sprechen. Aber ich habe intern während der Woche schon moniert, wie wir trainieren. Wir haben hier demonstriert bekommen, was passiert, wenn man sich nicht hundertprozentig auf ein Spiel vorbereitet, insbesondere beim THW Kiel.“
Nationaltorwart Andreas Wolff ist nach der 21:30-Niederlage des HSG Wetzlar gegen den THW Kiel im Gespräch mit SPORT1 stinksauer und kritisiert sein Team heftig.
Sein Blick auf die restlichen Saisonspiele verheißt nichts Gutes: „In der Form werden wir jedes weitere Spiel verlieren.“
Bei Wetzlar trafen Europameister Jannik Kohlbacher und Filip Mirkulovski (4) am häufigsten.
Die Sonntagspiele im Stenogramm:
Füchse Berlin – Rhein-Neckar Löwen 24:20 (11:7)
Tore: Nenadic (6), Wiede (6/4), Vukovic (3), Nielsen (3), Elisson (2), Gojun (1), Vrazalic (1), Tonnesen (1), Zachrisson (1) für Berlin – Gensheimer (6/3), Petersson (4), Larsen (3), Schmid (2), Pekeler (2), Groetzki (1), Ekdahl du Rietz (1), Baena Gonzales (1) für die Rhein-Neckar Löwen
Zuschauer: 8483
THW Kiel – HSG Wetzlar 30:21 (16:7)
Tore: Duvnjak (6), Ekberg (5/3), Jaanimaa (4), Dissinger (3), Wiencek (3), Brozovic (3), Vujin (2), Klein (2), Anic (1), Canellas Reixach (1) für Kiel – Mirkulovski (4), Kohlbacher (4), Hahn (3), Klesniks (3), Joli (2), Holst (2/1), Lipovina (1), Rompf (1), Schreiber (1) für Wetzlar
Zuschauer: 10.285
TVB Stuttgart – HBW Balingen-Weilstetten 22:22 (10:7)
Tore: Spatz (8/5), Schweikardt (5), Schimmelbauer (2), Baumgarten (2), M’Bengue (2), Schobinger (1), Weiss (1), Kretschmer (1) für Stuttgart – Bohm (7), Strobel (4), Theuerkauf (3), Wilke (3/1), Nyokas (2), Krieg (2), Kunkel (1/1) für Balingen-Weilstetten
Zuschauer: 6211