Auftritt im Golf-Mekka Augusta. Als 19 Jahre alter Amateur und große amerikanische Hoffnung angepriesen. Der Newcomer schlug sich tapfer, landete auf Platz 41.

Nur zwei Jahre später, am 13. April 1997, lag dem Messias bereits die Golf-Welt zu Füßen. Als erster dunkelhäutiger Profi triumphierte Woods heute vor 29 Jahren in der Kathedrale des Golf. Aus E. Woods war inzwischen T. Woods geworden, aus E für Eldrick wurde T für Tiger. Ein Name, ein Programm.

Wie Tiger Woods an jenen vier Tagen im April 1997 nicht nur die Geschichte des US Masters umschrieb, gehört noch heute zu den größten Ereignissen seines Sports.

Tiger Woods nach seinem siegbringenden Schlag beim Masters in Augusta 1997
Tiger Woods nach seinem siegbringenden Schlag beim Masters in Augusta 1997Tiger Woods nach seinem siegbringenden Schlag beim Masters in Augusta 1997© IMAGO / Imagn Images

Golf: Woods hat zwölf Schläge Vorsprung auf Platz 2

Mit seinem Siegscore von 18 Schlägen unter Par (270) setzte er einen neuen Maßstab, übertraf den gemeinsamen Rekord der Legenden Jack Nicklaus und Raymond Floyd. „Ich wollte diese Bestmarke auslöschen“, sagte Woods. Gesagt, getan.

Seine zwölf Schläge Vorsprung auf den zweitplatzierten Landsmann Tom Kite sind auf der malerischen Anlage an der Magnolia Lane nach wie vor unerreicht. Kurzum, nach jenem Tag war im Golf nichts mehr wie es vorher gewesen war.

Es war vor allem die Art und Weise, wie der Tiger den Platz auseinandernahm und den Rest des Feldes als Beute verschlang. Mit seiner gewaltigen Schlaglänge, seiner Präzision auf den Fairways und auf den extrem schwierigen Augusta-Grüns hievte er das Spiel mit dem kleinen weißen Ball auf ein neues Niveau.

Jener emotionale und nervenstarke Auftritt von Tiger Woods in Augusta war für viele junge Golfer die ausschlaggebende Inspiration. „Ich war neun Jahre alt, als ich das sah. Das war für mich die ganz große Motivation“, sagte der spätere Weltranglistenerste Jason Day. Damit stand der Australier nicht allein da.

Woods verdiente Milliarden

Woods hatte den Sport verändert, wurde zum Topverdiener des Weltsports. Die US-Tour feierte den Kalifornier als Heilsbringer, mit dem sich prächtig verdienen ließ. Die Fernsehverträge schossen in die Höhe, für Sponsoren und Turnierveranstalter brach ebenfalls ein neues Zeitalter an.

Wer Tiger Woods haben wollte, musste kräftig zahlen. Sein Startgeld betrug pro Turnier rund zwei Millionen Dollar, Nike rüstete den Superstar mit einem hochdotierten Vertrag aus. Die Refinanzierung der Anfang 2024 beendeten Partnerschaft war kein Problem.

Knapp 121 Millionen Dollar verdiente Woods im Lauf seiner Karriere allein an Preisgeldern – bis heute Rekord -, insgesamt setzte er nach Schätzung von Forbes über 1,6 Milliarden Euro für sich um.

Letzter großer Coup 2019

Woods sollte später noch viermal in Augusta gewinnen, dreimal vor und einmal nach den zahlreichen persönlichen Krisen, die Woods‘ Ruf seit 2010 belastet haben. Mit seinem fünften Masters-Triumph 2019 setzte Woods wieder einmal ein Zeichen und untermauerte seine Ausnahmestellung.

Noch immer ist der heute 50 Jahre alte Woods aktiv, zu ganz großen Highlights scheint er aufgrund zunehmender körperlicher Probleme nicht mehr in der Lage. Mit den Folgen einer Bandscheiben-Operation im vergangenen Oktober kämpft er weiter – für den einst besten Golfer der Welt war es bereits der siebte Eingriff am Rücken.

Wieder Wirbel um Woods Ende März

Zudem riss im März 2025 Woods’ Achillessehne. Seit den British Open im Sommer 2024 hat er daher an keinem Turnier mehr teilgenommen.

Anfang des Jahres gab es noch zaghafte Comeback-Gerüchte, doch dann war der US-Star Ende März in Florida in einen Autounfall verwickelt und wurde festgenommen. Einen Alkoholtest habe er bestanden, aber den Urintest auf andere Substanzen verweigert. Alle Pläne zerschlugen sich.

Das Vermächtnis, das er im Golf-Mekka Augusta begründet hat, ist und bleibt aber eines für die Ewigkeit.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)