Bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko warten extreme Witterungsbedingungen auf die Nationalspieler der teilnehmenden Nationen. Nun hat ein Sportmediziner eine drastische Warnung ausgesprochen.

Hans-Georg Predel von der Deutschen Sporthochschule in Köln zählt diverse Risiken auf, denen Sportler bei hohen Temperaturen ausgesetzt sind.

Erling Haaland und die Norweger versuchen, sich an die Hitze zu gewöhnen
Erling Haaland und die Norweger versuchen, sich an die Hitze zu gewöhnenErling Haaland und die Norweger versuchen, sich an die Hitze zu gewöhnen© IMAGO/NTB

Er nannte vor allem Dehydratation, Elektrolytverluste, Muskelkrämpfe, Kreislaufprobleme und direkte Sonneneinstrahlung. „Im Extremfall kann es zu einem belastungsinduzierten Hitzschlag kommen, der akut lebensbedrohlich ist“, erklärte Predel der dpa.

WM-Gefahr lauert: Es ist nicht nur die Hitze

Es ist aber nicht alleine die Hitze, die für die Athleten zur Gefahr werden kann: „Wir müssen uns auf ein Turnier der Wetter-Extreme einstellen. Besonders kritisch wird die Kombination aus hoher Temperatur, hoher Luftfeuchtigkeit, Reiseaktivitäten und verdichtetem Spielplan sein.“

Weil die WM über drei Länder hinweg gespielt wird, reichen die Bedingungen von signifikanten Höhenlagen in Mexiko bis hin zu tropisch feuchter Hitze im Süden der USA.

Gerade Miami, Houston, Dallas und Monterrey machen dem Mediziner Sorgen: „Dort treffen hohe Temperaturen auf teils extreme Luftfeuchtigkeit. In Florida kommen zusätzlich typische Sommergewitter mit Starkregen und Blitzgefahr hinzu. Auch Atlanta und Kansas City können im Juni und Juli sehr schwül und gewitteranfällig sein.“

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„Mit dem Sport an sich hat das nichts zu tun“

Einen Vorgeschmack auf den Fußball unter extremen Rahmenbedingungen hatte bereits die Klub-WM im vergangenen Sommer geliefert, als das Spiel in Teilen erkennbar langsamer war. „Wir spielen zwar Fußball, aber mit dem Sport an sich hat das nichts zu tun“, hatte Dortmunds Trainer Niko Kovac gesagt.

Jonas Urbig und die deutsche Nationalmannschaft sieht sich extremen Bedingungen ausgesetzt
Jonas Urbig und die deutsche Nationalmannschaft sieht sich extremen Bedingungen ausgesetztJonas Urbig und die deutsche Nationalmannschaft sieht sich extremen Bedingungen ausgesetzt© IMAGO/DeFodi Images

Schon damals mussten mehrere Spiele, in erster Linie wegen Gewittern, lange unterbrochen werden. Die FIFA führte als Reaktion auf die Temperaturen verpflichtende Trinkpausen während der Partien ein, außerdem sollen klimatisierte Sitzbänke für die Ersatzspieler eingesetzt werden.

Die dpa verweist dennoch auf eine Gruppe weltweit führender Wissenschaftler, die in einem offenen Brief gefordert hatten, Spiele bei Temperaturen von über 28 Grad zu verschieben und längere Kühlpausen von mindestens sechs Minuten einzuführen (derzeit sind drei Minuten angedacht). In 14 von 16 WM-Stadien könnten gefährliche Werte überschritten werden, heißt es in der Einschätzung der Experten.