Felix Zwayer (44) wird der einzige deutsche Schiedsrichter bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada sein. Dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Aufgebot des Weltverbandes FIFA hervor. Bei der WM 2022 in Katar war Zwayer nicht im Einsatz, dafür nominierte ihn die UEFA für die EM 2024 in Deutschland.

Zwayer bei der WM dabei

Neben Zwayer wurden auch seine Assistenten Robert Kempter und Christian Dietz berufen. Bastian Dankert ist als einziger DFB-Offizieller als Video-Assistent dabei. Daniel Siebert, der vor vier Jahren in Katar sowie bei der Heim-EM 2024 Spiele geleitet hatte, fehlt im Aufgebot der FIFA.

Insgesamt wurden 52 Schiedsrichter nominiert. In Katar waren noch 36 Referees dabei. Ähnlich wie in Deutschland gab es auch mehrere Absagen an Topschiris in Frankreich, Italien oder Spanien. Aus all diesen Nationen wird ebenfalls nur ein Unparteiischer abgestellt. Lediglich England ist zweifach vertreten. Hingegen werden aus Brasilien und Argentinien je drei Referees pfeifen.

Pierluigi Collina, FIFA-Schiedsrichterdirektor und Vorsitzender der FIFA-Schiedsrichterkommission, begründete: „Es wurden die besten Spieloffiziellen ausgewählt. Sie gehören zu einem grösseren Pool von Spieloffiziellen, die in den letzten drei Jahren identifiziert und beobachtet wurden. Sie haben Seminare besucht und Spiele bei FIFA-Turnieren geleitet. Zudem wurden ihre Leistungen in nationalen und internationalen Spielen regelmässig beurteilt.“

Bei dem Turnier im Sommer (11. Juni bis 19. Juli) werden allerdings auch erstmals 104 statt 64 Spiele ausgetragen. Während 2022 noch drei Frauen berufen worden waren, nominierte die FIFA diesmal die Mexikanerin Katia Garcia als einzige Schiedsrichterin.

Felix Zwayer wird als Schiedsrichter bei der WM dabei sein
Felix Zwayer wird als Schiedsrichter bei der WM dabei seinFelix Zwayer wird als Schiedsrichter bei der WM dabei sein© IMAGO/Beautiful Sports

Das Schiedsrichterquartier befindet sich während des XXL-Events in Miami, dort belegen die Unparteiischen ab dem 31. Mai ein zehntägiges Vorbereitungsseminar. Die Video-Referees ziehen im Anschluss daran nach Dallas um, die restlichen Offiziellen bleiben in Miami.

„Wir werden alles unternehmen, damit unsere Spieloffiziellen optimal vorbereitet sind“, sagte Pierluigi Collina, der Schiedsrichter-Chef der FIFA: „Wir sind überzeugt, dass sie den Herausforderungen dieses bahnbrechenden Turniers gewachsen sein werden.“

FIFA erklärt Vorgehen

Dafür soll es auch tägliche Einheiten während des Turniers für die Referees geben, an denen lokale Spieler teilnehmen sollen. Die ausgewählten Offiziellen sind bereits seit Jahren bei der FIFA im Fokus.

Massimo Busacca, Direktor der FIFA-Schiedsrichtersubdivision, fügte hinzu: „Der Weg zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 hat unmittelbar nach dem WM-Finale 2022 in Katar mit einem strukturierten Programm aus Seminaren, Workshops und fortlaufenden Beobachtungen begonnen.“

Bei der WM werden die Schiedsrichter auch die Neuerungen, die von den Regelhütern des International Football Association Board (IFAB) zuletzt eingeführt wurden, umsetzen müssen. Die Video-Assistenten dürfen künftig etwa auch Eckball-Entscheidungen, die zweite Verwarnung bei einer Gelb-Roten Karte sowie Verwechslungen überprüfen, wenn Schiedsrichter die falsche Mannschaft für ein Vergehen mit einer Gelben oder Roten Karte bestrafen. Bei Einwürfen und Abstößen wird es künftig einen Fünf-Sekunden-Countdown geben, der vom Schiedsrichter angezeigt werden muss.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)