Edin Dzeko strahlte. Erst rettete der Stürmerstar von Schalke 04 seine Bosnier in den WM-Playoffs gegen Wales kurz vor Schluss doch noch in die Verlängerung, dann setzten sich die „Drachen“ in Cardiff im Elfmeterschießen durch. Und so kommt es nun zu einem Finale um das WM-Ticket gegen Italien – Dzekos alte Heimat.

„Italien ist der Favorit, auch wenn wir zu Hause spielen“, sagte Dzeko, der acht Jahre lang in der Serie A bei AS Rom, Inter Mailand und AC Florenz gespielt hat, mit Blick auf die Partie am kommenden Dienstag in Zenica. Nur der Gewinner fährt zur Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada.

„Lasst uns die Gegner jetzt ‚auffressen‘, die nach Zenica kommen“, forderte Tarik Muharemovic, der über 120 Minuten durch seine beherzte Abwehrarbeit zum X-Faktor wurde.

Anschließend sendete er die klare Botschaft nach Italien: „Wer auch immer nach Zenica kommt, wir werden kämpfen und wir haben etwas zu zeigen, denn Zenica wird am Dienstag sicher brennen. Wir fürchten nur Gott.“

Dzeko mit Italien-Ansage

Wie Bosnien-Herzegowina war die Squadra Azzurra, die sich in ihrem Playoff-Halbfinale mit 2:0 gegen Nordirland durchsetzte, zuletzt 2014 in Brasilien bei einer WM dabei. Und hat laut Dzeko nun viel mehr zu verlieren als das Team von Sergej Barbarez.

„Es ist eine große Nation, und da sie sich für die letzten beiden Weltmeisterschaften nicht qualifiziert haben, stehen sie unter Druck“, sagte Dzeko, der Mitte März seinen 40. Geburtstag gefeiert hatte.

Gegen Wales war Dzeko einer der großen Helden. Der Angreifer köpfte eine Ecke in der 86. Minute zum 1:1 ins Netz, nachdem zuvor Torwart Nikola Vasilj vom FC St. Pauli beim Gegentreffer von Dan James (51.) alles andere als gut aussah – und so ging es in die Verlängerung. Und dann weiter ins Elfmeterschießen.

Dort scheiterte zunächst Ermedin Demirovic, doch Vasilj machte seinen Patzer wieder gut und der in Köln geborene Teenager Kerim Alajbegovic machte für die Bosnier mit seinem verwandelten Elfmeter alles klar.

Barbarez: „Haben es verdient, dass ihr Weg weitergeht“

Nationaltrainer Sergej Barbarez zeigte sich im Anschluss äußert stolz auf seine Mannschaft. Im Interview mit der nationalen Rundfunkanstalt BHT meinte er: „Ich sage es seitdem wir zusammen sind: Glaube ist alles, Glaube an den Erfolg und an sich selbst. Sie haben heute Abend geglaubt, und deshalb haben wir auch gewonnen.“

„Diese Gruppe hat es verdient, dass ihr Weg weitergeht, unabhängig davon, was am Dienstag passieren wird“, betonte Barbarez weiter. „Wir machen weiter, wir haben den Willen. Wir wissen, wie lange die negative Spirale durch unseren Fußball gegangen ist. Wir sind an vorderster Front, wir müssen das Eis brechen, und dann wird alles leichter.“

Dennoch mahnte Muharemovic auch zur Vorsicht. „Es ist schön, dass wir gewonnen haben, aber es gibt nicht viel zu feiern, ein großes Spiel steht bevor“, erklärte der Verteidiger des italienischen Klubs US Sassuolo.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)