Das deutsche Ausscheiden in der WM-Gruppenphase hallt noch immer nach – personelle Konsequenzen wie das Aus von Manager Oliver Bierhoff waren die Folge.

Um den deutschen Fußball bis zum nächsten großen Turnier wieder in die Spur zu bringen, hat Phillip Lahm dem Deutschen Fußball-Bund seine Unterstützung bei einer strukturellen Neuausrichtung zugesagt. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

Er fungiere zwar selbst als Turnierdirektor der Heim-EM 2024, könne dem DFB allerdings mit seinem Expertenrat zur Seite sehen, teilte der Weltmeister von 2014 auf einem Medientermin in Leipzig mit.

Als mögliches Modell könne dabei ein „Think Tank“ im Raum stehen. Diese Option hatte zuvor DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke ins Gespräch gebracht.

Lahm: „Stelle Expertise zur Verfügung“

Eine Expertengruppe aus erfahrenen Fußballern und Funktionären war bereits Anfang der 2000er-Jahre ins Leben gerufen worden, um sich aus einer damaligen Krisensituation zu befreien. Mit einer strukturellen Neuausrichtung und Neuverteilung der Aufgabenbereiche soll das auch diesmal gelingen. (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

In jenem Expertenausschuss könnte womöglich dann auch Lahm sitzen. Der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft könne sich das selbst zumindest vorstellen: „Dass ich durch mein Leben Expertise in Sachen Fußball habe, ist klar und ich bin beim DFB. Deswegen stelle ich auch gerne meine Expertise in Sachen Fußball zur Verfügung“.

Eine eigene Initiative der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zur DFB-Problembewältigung werde es hingegen nicht geben, so Watzke. „Dass wir als DFL da selbst etwas gründen und dann quasi die Besserwisser spielen, ohne dass der DFB uns darum gebeten hätte, das schließe ich aus“, sagte der Vorsitzende des DFL-Aufsichtsrates. (DATEN: WM-Spielplan 2022)

DFB-Tagung um Bernd Neuendorf

Zur Diskussion über die strukturelle Neuausrichtung des DFB kommen am heutigen Freitag Präsidiumsmitglieder um Präsident Bernd Neuendorf in Frankfurt am Main zusammen.

Zwar werde noch keine personelle Nachfolge von Bierhoff erwartet, ein „Think Tank“ mit den Ideen von Watzke und Lahm dürfte jedoch ein erstes Mal auf der Gesprächsagenda stehen.