Christian Streich hat das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in einem Interview mit dem SWR analysiert. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)
Dabei machte Freiburgs Erfolgstrainer ziemlich deutlich, was er von den Aussagen der TV-Experten hielt. Insbesondere Aussagen von Ex-Profis über Flick, das DFB-Team und den mittlerweile zurückgetretenen Geschäftsführer Oliver Bierhoff stießen Streich besonders bitter auf.
Christian Streich ledert gegen TV-Experten
„Was dann teilweise völlig daneben war, waren die Äußerungen von Leuten, die noch selbst gekickt haben vor ein paar Jahren und sich aufgeregt haben über die Kritik von denen, die dort gehockt sind“, ärgerte sich Streich, den manche Aussagen wohl ziemlich überraschten. „Und jetzt hocken sie selbst da und schwätzen teilweise Sachen, wo du dir denkst: ‚Das kann nicht wahr sein.‘“
Wen er damit genau meinte, ließ Streich offen. Mit Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira, Thomas Hitzlsperger, Per Mertesacker oder Michael Ballack waren zahlreiche Ex-Profis für die ARD, das ZDF und MagentaTV im Einsatz.
Die Konsequenz für Streich ist in jedem Fall klar: „In der Regel schalte ich nach dem Spiel sofort aus. Jetzt habe ich es einmal nicht gemacht, jetzt werde ich es in Zukunft wieder so machen. Dann brauche ich keine Werbung zu schauen und auch keine unqualifizierten Kommentare.“
Deutschland „hat nur nicht gut genug verteidigt“
Er selbst bezeichnete das deutsche Aus als „extrem ärgerlich“. „Deutschland hat wahnsinnig viele Torchancen gehabt, nur halt nicht gut genug verteidigt“, resümierte der Freiburg-Trainer, der sich sicher war: „Sonst hätten sie viel erreichen können.“ (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)
Die fehlerhafte Leistung sei jedoch nicht durch mangelnde Qualität begründet, auch wenn Streich bei der Besetzung „auf manchen Positionen“ nicht die „absolute Weltklasse“ erkennt: „Deshalb wäre es umso wichtiger gewesen, wenn die Mannschaft – koste es, was es wolle – gemeinsam verteidigt hätte.“
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nCAPTION: Freiburg-Coach Christian Streich kritisiert Spiel-Pensum für Nationalspieler
nDESCRIPTION: Kurz vor dem WM äußert freiburg-Coach Christian Streich das Spielpensum der Nationalspieler.
„Die Nationalmannschaft ist nicht Manchester City, wo man auf einer Position für 100 Millionen einen Neuen holt. Das geht nicht. Aber im Kollektiv kann man vieles machen“, fuhr Streich fort und nannte Weltmeister Benedikt Höwedes als Beispiel, der 2014 als gelernter Innenverteidiger als Linksverteidiger auflief.
Streich leidet mit Matthias Ginter
Aufgrund der erkennbaren Defensivschwächen hätte sich Streich mehr Einsätze für einen seiner Schützlinge vom Sport-Club erwartet. Die Rede ist von Matthias Ginter, laut Streich „sicherlich der Verteidiger in der Vorrunde, der sich das Wort ‚Verteidiger‘ am meisten auf die Brust heften kann“. (DATEN: WM-Spielplan 2022)
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Der Abwehrchef der bislang so erfolgreichen Breisgauer, der in der Bundesliga jedes seiner 15 Spiele über die volle Distanz auf dem Platz stand, blieb jedoch im Team von Bundestrainer Hani Flick außen vor, durfte erst im letzten Spiel gegen Costa Rica sein WM-Debüt feiern.
„Das hat mir dann schon leidgetan“, so Streich, der das aber nicht als Kritik an Flick verstanden haben wollte. „Ich weiß ja, wie das ist als Trainer: Manche Leute verstehen auch nicht, wen ich aufstelle.“