Andrew Redmayne ist am Montag innerhalb von wenigen Minuten zum australischen Nationalhelden geworden.
Der Ersatztorhüter war im entscheidenden WM-Playoffspiel gegen Peru kurz vor Ende der Verlängerung eingewechselt worden. Im Elfmeterschießen legte der Keeper aus Down Under eine irre Tanzeinlage auf der Linie hin und machte so den WM-Traum seines Landes mit einer Parade im entscheidenden Moment wahr. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der WM)
Weit über die australischen Grenzen hinaus wurde er für seine unorthodoxen Zuckungen beim Shootout gefeiert. Sein Spitzname ist übrigens „Grey Wiggle“, wegen seiner gewöhnungsbedürftigen Elfer-„Technik“.
So weit, so gut. Am Tag nach der Meisterleistung wurde die märchenhafte Geschichte allerdings noch um ein neues Kapitel erweitert, das Redmaynes neuen Legendenstatus noch weiter zementieren sollte. Wenn es stimmt, ist es fast so kurios wie die Parade selbst.
Wirft Radmayne den Notizzettel seines Gegners weg?
TV-Bilder zeigen, dass Redmayne beim Elfmeter seines Teamkollegen Craig Goodwin hinter dem Tor vorbeiging und dabei auch an der abgelegten Trinkflasche von Perus Torhüter Pedro Gallese vorbeikam. Diese war von einem Handtuch umwickelt und soll auch mit einer Art Spickzettel versehen gewesen sein, auf dem die Namen und präferierten Ecken der australischen Schützen vermerkt waren. (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)
Redmayne, so berichtet ein Fan, der im Stadion war, schnappte sich den Zettel kurzerhand und warf ihn hinter dem Kasten über die Werbebande. „Es war unglaublich zu sehen, wie der Peru-Keeper nach seiner Flasche sucht“, schrieb der Zuschauer bei Twitter. Mit absoluter Sicherheit lässt sich die Zettelaktion leider nicht belegen.
TV-Bilder zeigen aber eindeutig, dass Redmayne einen kleinen weißen Gegenstand über die Bande wirft. Und Perus Schlussmann hielt nach der Aktion keinen einzigen Elfmeter mehr, nachdem er seinen Kasten zuvor anfangs noch sauber gehalten hatte.
Redmayne selbst wurde nach dem Spiel nicht zu der Aktion befragt. Der Matchwinner gab sich insgesamt bescheiden: „Ich bin kein Held. Ich habe nur meinen Part gespielt wie jeder andere heute.“ (NEWS: Alles Wichtige zur WM)
Womöglich hat er aber tatsächlich doch ein bisschen mehr (nach-)geholfen als seine Kollegen. Ins Bild passt übrigens: Der 33-Jährige stand schon einmal kurz vor dem Karriereende. Sein Plan schon damals: Er wollte Lehrer werden.
Und Lehrer haben ja bekanntlich eine Aversion gegen Spickzettel.