Für Konstanze Klosterhalfen beginnt die WM am Mittwoch – und noch immer ist nicht klar, auf welcher Strecke sie in Doha an den Start geht. Das bestätigte Klosterhalfens Umfeld SPORT1.

An diesem Tag steigen die Vorläufe ihrer beiden Spezialstrecken, die 1500 Meter und 5000 Meter. Warum „Koko“ so lange zögert, liegt auf der Hand: Die deutsche Überfliegerin der laufenden Saison möchte den ärgsten Konkurrentinnen möglichst aus dem Weg gehen.

Dabei scheint sich ein richtiges Pokerspiel zu entwickeln – denn viele Athletinnen können beide Strecke laufen.

SPORT1-Redakteur Johannes Fischer ist bei der Leichtathletik-WM in Doha vor Ort
SPORT1-Redakteur Johannes Fischer ist bei der Leichtathletik-WM in Doha vor Ort

Als härteste Rivalin dürfte sich Sifan Hassan erwiesen, die nach ihrem Weltmeistertitel über die 10.000 Meter ebenfalls vor der Frage stand, ob sie nun die 1500 Meter oder die 5000 Meter in Angriff nehmen wird.

Nun hat sich die gebürtige Äthiopierin für die kürzere Strecke entschieden, wie niederländische Medien am Montag berichteten

Klosterhalfens Vorteil gegenüber der Konkurrenz

Weil Klosterhalfen und die Niederländerin Hassan beim Nike Oregon Projekt unter Vertrag stehen, könnte es diesbezüglich zu einer Absprache gekommen sein. Auch Hassan hatte lange gepokert und noch am Sonntagabend auf SPORT1-Nachfrage gesagt, sie habe sich ebenfalls noch nicht entschieden. 

Wahrscheinlich ist nun, dass Klosterhalfen die 5000 Meter laufen wird. Dann hätte sie den Vorteil gegenüber denjenigen Athletinnen, die bereits die 10.000 Meter in den Beinen haben – unter anderen Silbermedaillengewinnerin Letesenbet Gidey (Äthiopien) und die Titelverteidigerin Hellen Obiri.

Das Pokerspiel dürfte noch bis Dienstagnachmittag weitergehen – dann ist Meldeschluss.

Johannes Fischer wuchs in Mailand vor den Toren von San Siro auf und bekam dort in den 80er-Jahren die gesammelte Weltelite des Fußballs zu sehen. Studierte nach dem Abitur an der Sporthochschule in Köln...