Wenn eine Mannschaft wie der FC Bayern eine Pleite wie jene gegen Borussia Mönchengladbach kassiert, sind nicht nur Fans und Experten fassungslos.

Auch die Spieler, die auf dem Rasen mit 0:5 untergingen, können sich die eigene Leistung kaum erklären.

Thomas Müller, der schon nach dem Debakel im DFB-Pokal versuchte, die Geschehnisse einzuordnen, hat nun verraten, was ihm bei dem Spiel im Borussia Park durch den Kopf ging. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan des DFB-Pokals)

„Erstes Gegentor nach zwei Minuten. Denkbar schlechter Start, aber kein Grund in Panik zu verfallen. Wir haben einen Plan, der hat sich nicht geändert, weiter geht‘s!“, schildert Müller in seinem persönlichen Newsletter.

Doch es ging nicht, zumindest nicht so wie gewünscht. Nach 15 Minuten lag der Rekordchampion schon mit zwei Toren zurück. Das Stadion stand bereits Kopf, Müller versuchte dennoch, cool zu bleiben. Zu analysieren.

„Was können wir anpassen?“

„Hoppala, läuft hier irgendetwas schief, was müssen wir jetzt anpassen? Kommen wir in die Positionen, in die wir wollen? Kommen wir gut in die Zweikämpfe? Was können wir jetzt anpassen, um ins Spiel zurück zu kommen?“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zum DFB-Pokal)

Der Bayern-Routinier nahm auch kurz Kontakt zur Trainerbank auf, wie er berichtet. Dort unterhielt er sich wohl mit Dino Toppmöller, der den positiv getesteten Julian Nagelsmann vertrat.

Ganz der Offensivspieler dachte er an den Gegenschlag – einen kontrollierten, wohlgemerkt: „Offensiv kommt natürlich der sofortige Drang/Wille, die Tore wieder auszugleichen. Aber es ist noch genügend Zeit, also kein Grund, zu diesem Zeitpunkt des Spiels die Brechstange rauszuholen. Extremes Risiko ist jetzt noch nicht angebracht.“

Müller: Das gab es zuletzt Anfang 2020

Das 3:0 nach nicht einmal 20 Minuten dürfte sich wie ein K.o.-Schlag angefühlt haben. Müller schwante Übles, wollte die Hoffnung aber nicht aufgeben: „Ok, jetzt wird‘s schwer. Aber wenn wir zumindest ein Tor vor der Pause schaffen, ist das Spiel wieder deutlich offener.“

Das Tor wollte nicht fallen, auch die zweite Halbzeit ging bekanntlich klar an die Hausherren. „Letztendlich hatten wir auch in der zweiten Halbzeit nie eine Antwort auf die ausgezeichnete Gladbacher Mannschaft. Wir hatten als Kollektiv und individuell einen sehr schwachen Tag. Auch in der Offensive ging überhaupt nichts, das gab es zuletzt Anfang 2020. Trotz all unserer Erfahrung und Klasse konnten wir dem Momentum nichts entgegensetzen. So eine Situation habe ich zuvor noch nie erlebt.“

Dass die Niederlage gegen Gladbach auch nach dem 5:2-Erfolg gegen Union Berlin in der Bundesliga noch nachwirkt, machen Müllers Worte deutlich.

Sein ehrliches Fazit: Das Ergebnis lasse nicht viel Interpretationsspielraum, „wurden vergangenen Mittwoch von Gladbach mit 5:0 abgefertigt und sind zu Recht aus dem DFB-Pokal ausgeschieden.“