Nach dem torlosen Unentschieden im Hamburger Stadtderby saß der Frust bei HSV-Profi Luka Vuskovic tief. Der Verteidiger sprach im Sky-Interview nicht nur von einer „Enttäuschung“, sondern richtete auch deutliche Worte an die Fans des FC St. Pauli.

Auf die Frage, ob sein Bruder Mario – der nach wie vor eine Dopingsperre absitzt – im Stadion gewesen sei, antwortete Vuskovic zunächst: „Er war heute nicht hier. Er muss in Kroatien trainieren, um stärker zurückzukommen.“

Luka Vuskovic gestikulierte nach dem Spiel zu den Fans des FC St. Pauli
Luka Vuskovic gestikulierte nach dem Spiel zu den Fans des FC St. PauliLuka Vuskovic gestikulierte nach dem Spiel zu den Fans des FC St. Pauli

Unmittelbar danach kam der Kroate auf die Fans des Stadtrivalen zu sprechen, die er scharf kritisierte. „Ich weiß nicht, was die Fans von St. Pauli denken. Es ist sehr respektlos, meine Familie und meinen Bruder zu beleidigen. Ich habe den Fans nichts Gutes zu sagen“, betonte der 18-Jährige.

HSV: Banner gegen gesperrten Vuskovic-Bruder

Die Zuschauer im Heimbereich des Millerntor-Stadions waren zuvor unter anderem mit Bannern aufgefallen, die sich gegen Mario Vuskovic richteten.

Auf diesen stand geschrieben: „Aufputschmittel und ehrliche Arbeit? Mach ‚ne Handwerkslehre Mario! Irgendein HSVer lügt immer …“

Luka Vuskovic reagierte daraufhin mit Gesten in Richtung der Zuschauer und legte unter anderem seinen Finger auf den Mund.

„Ich kann seinen Unmut extrem nachvollziehen“

Auf der Pressekonferenz nahm HSV-Coach Merlin Polzin den jungen Abwehrspieler in Schutz: „Wir haben einen 18-jährigen Menschen, der sehr viel Last auf sich trägt. Dafür steht nicht nur der HSV, sondern auch der FC St. Pauli, dass diese Themen normalerweise sehr sensibel behandelt werden und man Verständnis füreinander hat.“

Weiter sagte der Trainer: „Ich kann demnach seinen Unmut extrem nachvollziehen, wenn einem diese Sprüche, Worte, Aufforderungen, Gesten und teilweise Handlungen entgegengebracht werden. Das ist ein Moment, den wir schnellstmöglich korrigieren sollten, damit so etwas nicht wieder vorkommt.“

Felix Kunkel, Jahrgang 1997, studierte nach seiner Ausbildung zum Medienkaufmann Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt. Der gebürtige Hanauer absolvierte von März bis August 2021 ein Praktikum...