Die Torhüter sind so etwas wie die Einzelkämpfer unter den Fußballern. Doch im Herbst seiner Karriere blickt Manuel Neuer nicht mehr nur auf sich selbst. Der Keeper des FC Bayern arbeitet aktiv am eigenen Erbe mit.
„Ich sehe mich jetzt auch in der Verantwortung, den Verein so zu unterstützen, dass es in Zukunft auf der Torwartposition positiv weitergeht“, erklärte Neuer im Interview in der At Broski Show.
Neuer spielte damit darauf an, dass er mittlerweile auch gelegentlich Spiele an seinen möglichen Nachfolger Jonas Urbig abtritt: „Da sind wir alle zusammen auch ein gutes Team, mit Ulreich sowieso und jetzt auch mit Jonas. Wir verstehen uns als Einheit und deshalb bekommt jeder auch den Support, den er benötigt.“
Neuer hat sich seit den Nübel-Tagen gewandelt
Vor einigen Wochen hatte Neuer Ersatzkeeper Urbig bereits als potenziellen Erben geadelt. Nun gibt er unumwunden zu, dass er sich freue, wenn der junge Kollege gute Spiele mache: „Wir unterstützen uns und versuchen, uns auch im Training ehrgeizig zu motivieren.“
Dass Neuer auch mal zur Seite tritt, ist zumindest keine Selbstverständlichkeit. Vor einigen Jahren wäre dies noch weitgehend undenkbar gewesen. Unvergessen: Einem einstigen Anwärter auf das Bayern-Tor, Alexander Nübel, sollen bei seiner Ankunft Einsatzminuten sogar vertraglich zugesichert worden sein. Letztlich absolvierte er aber nur vier Partien für die Münchner.
Mit mittlerweile 39 Jahren geht der einstige Welttorhüter Neuer die Dinge offenbar anders an und denkt dabei auch an seine eigenen Anfänge zurück.
„Ich kenne natürlich auch die andere Seite, wo du kämpfen musst, wo du dann aus der A-Jugend oder U19 rauskommst und erstmal bei den Profis bist, dritter Torwart bist und auch dafür kämpfen musst, dass du auch selbst mal zwischen den Pfosten stehst“, meinte der Routinier.
Urbig kommt in der laufenden Saison – allerdings auch wegen Sperren und Verletzungen Neuers – auf bisher fünf Einsätze.