Neven Subotic strahlte über das ganze Gesicht.

Wie „ein zehnjähriger Junge im Disneyland“ habe er sich bei seiner Rückkehr auf den Fußballplatz gefreut, berichtete der Abwehrspieler von Borussia Dortmund im Trainingslager in Bad Ragaz.

Exakt einen Monat ist es nun her, dass der BVB die Vorbereitung auf die kommende Bundesliga-Saison aufgenommen hat.

Und Subotic war von Anfang an mit Feuereifer dabei.

Letztes Pflichtspiel im November

Wie ein Besessener schuftet der Serbe Tag für Tag für sein Comeback.

„Die ersten zwei Monate konnte ich gar nichts machen. Doch danach ging es durchgehend bergauf“, sagte er mit Blick auf seine lange Leidenszeit.

Seit Mitte November hat Subotic kein Pflichtspiel mehr bestritten – wegen eines Kreuz- und Innenbandrisses im rechten Knie.

Doch seinen Optimismus hat er in dieser schwierigen Phase nie verloren.

(Mehr Infos zu Borussia Dortmund am Dienstag ab 18.30 Uhr in der Sendung SPORT1 News)

Einsatz für notleidende Kinder

Das liegt wohl auch daran, dass Subotic ein Fußball-Profi ist, der nicht nur um sich selbst kreist, sondern in die Welt hinausschaut.

Während seiner Verletzungszeit hat er sich auch um die Neven-Subotic-Stiftung gekümmert, die notleidende Kinder in Afrika unterstützt.

Für Subotic ist die Stiftung „der wichtigste Teil meines Lebens neben dem BVB“. Deshalb flog er während der fußballfreien Zeit nach Äthopien, begutachtete fünf Brunnen seiner Stiftung, die Zugag zu Trinkwasser ermöglichen soll.

„Es wichtig zu sehen, für wen man das Ganze macht“, erklärte Subotic nun in der Schweiz. Als Flüchtlingskind, das über Umwege nach Deutschland kam, hat er selbst auch schwierige Tage erlebt.

„Ich wollte vor Ort sein, und wirklich die Leute kennenlernen. Besonders die Kinder, das ist immer am schönsten.“

Verglichen mit der Situation der Menschen in Äthopien habe sich auch die Sicht auf sein eigenes Leiden während der Reha relativiert, meinte Subotic.

Lebenskünstler Subotic

„Neven kannst du in einen großen, dunklen Wald schicken, ohne dich sorgen zu müssen“, sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp einmal über seinen Musterschüler, den er einst aus den USA nach Mainz gelotst und 2008 dann mit nach Dortmund genommen hatte.

„Er kommt sicher auf der anderen Seite an, ist frisch geduscht und rasiert, hat dort gegessen und ein paar andere Dinge erledigt. Mit anderen Worten: Er kommt zurecht.“ Sieht er dem 25-Jährigen dieser Tage so zu, fühlt sich Klopp in seinen Worten bestätigt.

Klopp: „Neven ist auf einem Top-Weg“

„Er kam in einem überragenden Zustand aus der Sommerpause“, stellte der BVB-Coach zuletzt fest und betonte: „Neven ist auf einem Top-Weg.“ Subotic selbst sieht das genauso.

„Ich bin topfit“, sagte er den Reportern in Bad Ragaz. Natürlich zwicke es hier und da mal ein bisschen, „aber von solch kleinen Problemen lasse ich mich nicht beeindrucken“.

Keine Furcht vor der Konkurrenz

Ebenso wenig übrigens von der geballten Konkurrenz in der Dortmunder Innenverteidigung.

Mit Subotic, seinem langjährigen Nebenmann Mats Hummels, dem Griechen Sokratis und dem in diesem Sommer aus Freiburg gekommenen Matthias Ginter streiten sich hier fortan gleich vier Top-Verteidiger um zwei Plätze.

„Ich wäre sauer, wenn sie irgendeinen billigen Spieler geholt hätten“, kommentierte Subotic die rund zehn Millionen Euro teure Verpflichtung von Weltmeister Ginter und fügte hinzu: „Für mich persönlich ist das auch besser, denn mit 99 Prozent komme ich nicht ans Ziel.“

Subotic: „Habe einen Vorsprung“

Statt sich Sorgen zu machen, wähnt sich der langzeitverletzte 1,92-Meter-Mann gegenüber seinen Mitbewerbern sogar im Vorteil.

„Ich habe den Sommer über durchgearbeitet und deshalb einen kleinen Vorsprung“, äußerte sich Subotic hinsichtlich seiner Einsatzchancen optimistisch.

Bei den jüngsten Testspielerfolgen gegen Serie-A-Klub Chievo Verona (1:0) und den Schweizer Drittligisten FC Rapperswil (10:0) machte er einen guten Eindruck, groß über seine Verletzung nachzudenken scheint er nicht mehr.

WM-Fahrer kommen

Hinzu kommt die Tatsache, dass die Dortmunder WM-Fahrer entweder mit Verspätung oder – wie im Fall Hummels – noch gar nicht ins Training eingestiegen sind.

Ob Sokratis, Ginter und Hummels bis zum Bundesliga-Auftakt am 23. August gegen Leverkusen, geschweige denn dem Erstrunden-Spiel im DFB-Pokal bei den Stuttgarter Kickers eine Woche zuvor zu hundert Prozent fit sein werden, bleibt also abzuwarten.

Besonders für den aktuell noch im Urlaub weilenden Hummels wird die Zeit bis dahin knapp.

Subotic: Tests und Bundesliga nicht vergleichbar

Subotic will sie nutzen. Um sich im breit aufgestellten Kader der Borussia zu positionieren. Um wieder ganz der Alte zu werden.

„Ich kann schon wieder laufen, sprinten und mich ohne Angst in Zweikämpfe werfen“, berichtete er von seinen bisherigen Fortschritten, gestand aber: „Testspiele sind nicht mit Bundesliga-Spielen zu vergleichen.“

Falls doch, bliebe nur noch die Frage nach einer geeigneten Steigerung für Disneyland.