Nadine Keßler, Leiterin Frauenfußball bei der Europäischen Fußballunion (UEFA), hat hohe Erwartungen an die Frauen-EM 2029 in Deutschland gerichtet. Im Vergleich zum bereits erfolgreich verlaufenen Turnier in der Schweiz vor einem Jahr rechnet Keßler bei den Zuschauern mit der doppelten Größenordnung: „Wir denken an deutlich über eine Million“, sagte die Funktionärin im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

In der Schweiz hätten viele nicht erwartet, „dass es so gut wird“, führte die ehemalige deutsche Nationalspielerin aus, das Turnier habe gezeigt, was möglich ist: „Mit 29 von 31 ausverkauften Spielen und einem spürbaren internationalen Interesse.“

Große Erwartungen an die EM in Deutschland

Keßler glaubt daher, dass „Erwartungshaltung und Druck“ in Deutschland anders sein werden – „für die UEFA, den DFB, die Klubs und alle Beteiligten“. Die 38-Jährige hoffe jedoch auf einen Sommer 2029, „in dem alle entweder im Stadion sind oder vier Wochen den Fernseher anlassen“. Auch das internationale Interesse könne im Vergleich zur EM in der Schweiz nochmal „deutlich größer werden: The sky is the limit!“, sagte Keßler.

Eine Erweiterung des Teilnehmerfeldes von 16 Mannschaften soll es bei dem Kontinentalturnier jedoch nicht geben. „Wir sehen zwar, dass die Spitze breiter wird, aber um 20 oder 24 Teams auf einem Großturnier-Niveau zu haben, braucht es noch Entwicklung“, erklärte Keßler. Deutschland war zuletzt 2001 Ausrichter einer Frauen-EM.