Andreas Reiners berichtet
Branimir Hrgota wusste gar nicht wohin mit seiner Euphorie.
Der Schwede musste immer wieder lachen. Sich vermutlich auch selbst kneifen. Noch voller Adrenalin ließ der 21-Jährige die gerade zu Ende gegangenen 90 Minuten Revue passieren.
Drei Tore bei der 7:0-Gala von Borussia Mönchengladbach im Rückspiel der Europa-League-Quali gegen den FK Sarajevo (Bericht): Für Hrgota war es ein perfekter Abend.
Doch als die Frage nach einer möglichen Problematik durch das anstehende Comeback von Nationalspieler Max Kruse kam, verschwand das Dauerlächeln kurzzeitig. Hrgota dachte nach. Und ließ sich zunächst nur bedingt aus der Reserve locken.
„Problematik? Darüber denke ich nicht nach. Max ist ein super Spieler, das ist klar“, sagte Hrgota.
Doch dann kam das offenbar unerschütterliche Selbstbewusstsein wieder durch und der Youngster schob eine kleine Kampfansage hinterher: „Ich bin auch gut und mache mein Ding. Wenn ich weiter so spiele, bekomme ich vom Trainer auch das Vertrauen.“
Das bekommt er von Lucien Favre, seit er vor knapp zwei Jahren als vielversprechendes Talent nach Mönchengladbach kam. Immer dann, wenn es in der Vergangenheit um mögliche Zugänge oder Alternativen für den Angriff ging, mahnte Favre: „Vergessen Sie Hrgota nicht.“ Der Spruch ist in Gladbach inzwischen Kult.
Der Schweizer hält große Stücke auf den Schweden. Der nennt seinen Coach im Gegenzug einen Segen für junge Spieler. „Er hat mich von Beginn an unterstützt. Und ich werde jedes Jahr besser“, betonte Hrgota.
Inzwischen zahlt er ihm das Vertrauen auch in Toren zurück, nachdem er es aufgrund der Konkurrenz in der Offensive lange schwer hatte. Der Schwede setzte immer mal wieder Glanzlichter, profitiert in dieser Saison aber vor allem davon, dass er nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Kruse nicht mehr vorwiegend auf der Außenbahn, sondern im Sturmzentrum zum Einsatz kommt.
„Früher habe ich ihn immer im Fernsehen gesehen. Und jetzt kann ich zusammen mit ihm spielen. Das ist eine besondere Sache für mich“, sagte Hrgota.
Doch damit hat es sich dann auch. Sein Idol ist Ronaldo. Nicht der jüngst zu Europas Fußballer des Jahres gewählte Portugiese. Sondern der Brasilianer.
Doch ob Ronaldo oder Ibrahimovic, der Gladbacher will seine eigene Geschichte schreiben: „Ich bin ich, ich bin Branimir Hrgota.“
Der Anfang ist schon mal gemacht.