Mit seinem Verhalten und seinen Aktionen auf dem Platz polarisiert Antonio Rüdiger immer wieder. Jüngst hat der Innenverteidiger von Real Madrid in der Nationalmannschaft auch noch seinen Stammplatz verloren. Dennoch baut Bundestrainer Julian Nagelsmann weiterhin auf den 33-Jährigen, wie er nun einmal mehr klargestellt hat.
„Antonio verkörpert verschiedene Dinge wie Siegeswillen, die Mentalität zu verteidigen, die auch wichtig sind, nicht nur auf dem Platz“, erklärte Nagelsmann in der Talk-Reihe „Bestbesetzung“ bei MagentaTV.
Der 38-Jährige hob besonders die persönliche Entwicklung Rüdigers hervor: „Er ist Vizekapitän, er hat eine extreme Wandlung durchgemacht beim DFB – von jemandem, der eher für sich war, zu jemandem, der am Tisch teilweise am längsten sitzt, der mit allen Spielern spricht. Der einen extremen Respekt hat bei den jungen Spielern, bei den älteren Spielern.“
Nagelsmann: „Rüdiger hat sich alles erarbeitet“
Rüdiger habe für „Riesenvereine“ gespielt und sich „alles erarbeitet. Er ist nicht gesegnet worden mit Füßen wie Luka Modric, aber er hat trotzdem extrem viele Titel gewonnen. Und diese Mentalität brauchen wir auch bei uns“, fuhr Nagelsmann fort.
Um Rüdiger hatte es zuletzt Diskussionen gegeben – solle dieser aufgrund seiner wiederholten Aussetzer überhaupt noch nominiert werden für das DFB-Team? Auch bei der 3:4-Niederlage mit Real im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwochabend fiel Rüdiger negativ auf, als er Bayern-Profi Josip Stanisic wegcheckte und ihm am Boden liegend etwas zurief.
Er selbst habe, wie Nagelsmann betonte, einen „sehr guten Draht“ zu Rüdiger. „Beim ersten Lehrgang damals in den USA war es nicht ganz so leicht, einen Zugang zu finden. Da hat er ein bisschen geguckt, wie ich als Trainer agiere. Da kannten wir uns noch nicht“, blickte Nagelsmann auf den Oktober 2023 zurück.
Offener Austausch zwischen Nagelsmann und Rüdiger
Inzwischen könne man „super offen über alles sprechen“. Diese Offenheit zeigte Nagelsmann auch öffentlich, als er statt Rüdiger zuletzt Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck als Stammduo in der Innenverteidigung benannte.
„Antonio ist einer, der Ehrlichkeit liebt. Der will eine ehrliche Meinung hören, der will ehrlich wissen, woran er ist. Ins Gesicht und nicht durch die Blume. Er möchte straight wissen, was Sache ist, und das habe ich ihm mitgeteilt“, meinte Nagelsmann und schob hinterher: „Was aber nicht heißt, dass er nicht auch Stammspieler sein kann.“