Robin Gosens schlägt Alarm: Der deutsche Nationalspieler sieht die aktuelle Entwicklung seines Sports mit großer Sorge.
„Der Fußball generell ist gerade auf einem sehr gefährlichen Weg, der nicht unbedingt gesund ist“, sagte der Außenverteidiger im RND-Interview: „Immer mehr Geld, immer mehr Kommerz. Ich persönlich möchte, dass der Sport im Vordergrund steht und nicht zum Business verkommt. Leider müssen wir uns damit aber vielleicht ein Stück weit abfinden.“
Gosens ist dabei durchaus bewusst, dass er als bekannter Profi durchaus von der kritisierten Entwicklung profitiert: „Wir haben das große Glück, im weltweit beliebtesten Sport unterwegs zu sein, wodurch viel Geld im Spiel ist, was sich auch auf unsere Verträge auswirkt. Dafür muss ich mich, glaube ich, aber nicht entschuldigen.“
Gosens von Nagelsmann und Wagner schon begeistert
Mit dem DFB-Team trifft Gosens beim ersten Spiel von Bundestrainer Julian Nagelsmann am Samstag auf die USA.
Von dem neuen Coach ist der 29-Jährige bereits begeistert. „Sowohl bei ihm als auch bei Sandro Wagner und Benjamin Glück als Co-Trainer ist das Feuer zu spüren, jetzt wirklich etwas bewegen zu wollen“, sagte der Profi des Bundesligisten Union Berlin: „Es sind sehr emotionale Typen, die eine Mannschaft mit ihrer Leidenschaft anzünden können. Bei mir haben sie das sofort geschafft.“
Zudem lobte Gosens (29) vor der Partie in Hartford/Connecticut gegen die USA (21.00 Uhr im LIVETICKER) das „herausragende taktische Verständnis“ von Nagelsmann.
Der frühere Bayern-Coach habe „Ideen, die zu unserer Mannschaft passen“. Gosens selbst hat sich für die Heim-EM im kommenden Jahr Großes vorgenommen: „Wir wollen allen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“
Gosens: In Deutschland werde ich anders wahrgenommen
Beim letzten Turnier war er von Nagelsmanns Vorgänger Hansi Flick nicht nominiert worden, der Lebenstraum WM war dahin: „Da war ich unglaublich enttäuscht und hatte das Gefühl, versagt zu haben.“
Auch deshalb wechselte er im Sommer von Inter Mailand zu Union Berlin. „Ich konnte mir nicht noch ein Jahr leisten, in dem ich nur Ersatzspieler bin, wenn es mit der EM klappen soll“, sagte Gosens.
Er habe sich bewusst für die Kombination aus Bundesliga und Champions League entschieden. „Die Sichtbarkeit ist eine andere als im Ausland. Im Ausland muss ich entweder besonders gut oder besonders schlecht gewesen sein, um in den Nachrichten aufzutauchen.“
In Deutschland würden seine „Leistungen jetzt anders wahrgenommen und bewertet.“