DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat um mehr Verständnis für Bundestrainer Hansi Flick geworben.
„Man muss nicht immer einer Meinung sein, aber der Respekt vor dem Amt und der Person des Bundestrainers sollte da sein“, sagte der Weltmeister von 1990 im Doppelinterview mit Flick beim RedaktionsNetzwerk Deutschland.
Flick steht vor den wegweisenden Länderspielen gegen WM-Schreck Japan am Samstag (20.45 Uhr) in Wolfsburg und drei Tage später gegen Vize-Weltmeister Frankreich in Dortmund (21.00 Uhr) unter Druck.
„Jeder Fan, jeder Experte hat eine eigene Idee. Ich musste das damals aushalten, Hansi muss es heute“, sagte Völler neun Monate vor der Heim-EM und fügte an: „Hansi hatte den Mut, etwas zu probieren. Uns allen wäre lieber gewesen, wir hätten die drei Spiele im Juni gewonnen. Jetzt müssen wir den Gegenwind ertragen.“
Die drastischen Aussagen von Ex-Nationalspieler Matthias Sammer zum Zustand des deutschen Fußballs kann Völler gleichwohl größtenteils nachvollziehen.
DFB-Rudi Völler kann Sammer-Kritik nachvollziehen
„Ich bin mit Matthias im Austausch, er ist mit seinen Aussagen oft sehr direkt, manchmal überzeichnet er auch ganz bewusst. Aber: Mit vielen Dingen hat er auch recht!“, sagte der Weltmeister von 1990.
Sammer hatte zuvor die „größten Krise, die der deutsche Fußball in der jüngeren Vergangenheit erlebt hat“ konstatiert . Man müsse sich eingestehen, sagte er der Süddeutschen Zeitung: „Wir liegen am Boden.“
Sammer, wie Völler ein Mitglied der Task Force, die nach dem WM-Debakel vom DFB installiert wurde, sprach auch davon, der deutsche Fußball sei nur noch „Weltmeister im Ausredensuchen“ und habe „komplett seine Identität verloren“.
Völler fügte dazu an: „Es ging ihm mit seiner Kritik nicht isoliert um die A-Nationalmannschaft, sondern um den Fußball allgemein und den ganzen Sport.“
Völler, eigenen Angabe zufolge auch Leichtathletik-Fan und habe sich in diesem Zusammenhang ebenso „erschrocken“, dass die deutschen Leichtathleten bei der jüngsten Weltmeisterschaft in Budapest keine einzige Medaille geholt hatten.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)