Nur vier Siege in der vergangenen 16 Länderspielen – die Lage in der deutschen Nationalmannschaft ist keine zwölf Monate vor der Heim-Europameisterschaft 2024 prekär. Hinzu kommt, dass auch das Frauenteam jüngst bei der Weltmeisterschaft überraschend in der Gruppenphase ausgeschieden ist und die U21 ein ebenso schlechtes Bild abgegeben hat.

Fraglos: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist in eine tiefe Krise geschlittert. SPORT1-Experte Stefan Effenberg äußerte sich im STAHLWERK Doppelpass zum aktuellen Zustand und gab eine kurze wie deutliche Antwort: „Allgemein kann man sich Sorgen machen.“ Andreas Rettig meldete sich ebenfalls zu Wort – und differenzierte die jeweiligen Tiefschläge.

„Ich habe mich bei der Bewertung der Misserfolge der Männer und Frauen ertappt: Die Frauen hatten bei mir einen höheren Kredit, weil sie sich ganz anders präsentieren. Es macht Spaß, den Interviews der Frauen zuzuhören. Es macht Spaß, mit welcher Lockerheit da zu Werke gegangen wird“, stellte Rettig fest.

Das stehe im Gegensatz zur Männer-Mannschaft, wie der 60-Jährige erklärte. „Wenn Rudi Völler sagt, wir entkoppeln den Sport von der Politik, dann muss man sich auch an den Ergebnissen messen lassen. Das Verzeihen ist da dann schwieriger“, schilderte Rettig mit Blick auf die letzten Resultate des Teams von Bundestrainer Hansi Flick.

Schließlich gebe es zum Beispiel Vereine wie den FC St. Pauli. Die Kiezkicker hängen seit Jahren in der 2. Bundesliga fest, trotzdem fliegen ihnen die Herzen zu, betonte der Ex-DFL-Geschäftsführer und ergänzte: „Daher meine ich, dass es keine gute Idee ist, das so zu entkoppeln.“