Fußball-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat die ständigen Experimente bei der deutschen Nationalmannschaft satt – und für den FC Bayern gleich mehrere Ratschläge parat.

„Der Bundestrainer muss jetzt liefern“, schrieb der 62-Jährige vor dem Saisonanschluss-Länderspiel in Gelsenkirchen gegen Kolumbien (Dienstag, 20.45 Uhr) in seiner Sky-Kolumne: „Ich kann das Testen, Ausprobieren und Hin- und Herschieben von Spielern und Positionen langsam nicht mehr hören und sehen.“

Der offenkundig nicht eingespielten Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick laufe „die Zeit davon“, äußerte der Weltmeister von 1990: „Ein Jahr vor der Heim-EM muss der Funke vom Rasen auf die Ränge überspringen und eine Euphorie erzeugt werden, die ihren Höhepunkt beim Turnier erlebt.“

Matthäus würde personell eine grundlegende Verschiebung vornehmen und Kapitän Joshua Kimmich aus dem zentralen Mittelfeld wieder auf die Rechtsverteidigerposition („da haben wir offensichtlich keine wirklich gute Alternative“) ziehen.

Kimmich für Matthäus „ein Mentalitätsmonster“

So würde im Zentrum Platz frei für den formstarken Ilkay Gündogan. Als Partner für den Star von Manchester City im Mittelfeld wünscht sich Matthäus Jamal Musiala auf der Zehn und den Dortmunder Emre Can als klassischen Sechser.

Kimmich, den er zuletzt kritisiert hatte, lobte Matthäus in seiner Kolumne ausdrücklich als „Weltklasse-Spieler“, der 28-Jährige sei „ein Mentalitätsmonster“ und erinnere ihn „an mich selbst in jungen Jahren“.

Auch was das Transfer-Karussell bei den Bayern betraf, bezog Matthäus Stellung: „Ich würde Lucas Hernandez sofort verkaufen. Da ist ja offensichtlich von Wertschätzung gegenüber dem Verein überhaupt nichts übrig. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist negativ, wenn man sich die ganzen Jahre anschaut.“

Angesichts des zudem abwanderungswilligen Benjamin Pavard seien die „kolportierten Namen Kyle Walker und der Südkoreaner Kim richtig gute Transfers. Der eine hat in Neapel eine fantastische Saison hingelegt und würde nicht ich nur deshalb super zum FC Bayern passen. Walker ist eine Maschine auf der rechten Seite, aber nicht mehr der Jüngste. Das ist ein Mann für die nächsten zwei Jahre.“

FC Bayern: Vlahovic als Lösung für Sturmproblem?

Bei Bayerns Suche nach dem „idealen Mittelstürmer“ als langersehnte Nummer Neun rät Matthäus nach wie vor zu Dusan Vlahovic von Juventus Turin: „Er bringt alles mit und würde für die nächsten fünf Jahre das Sturm-Problem der Bayern lösen.“

Aber auch Kai Havertz hat es dem früheren Weltfußballer angetan: „Sollte es Abgänge geben und Spieler wie Sané, Gnabry oder andere aus der Offensive den Klub verlassen, dann stünde Havertz in meiner Gunst natürlich ganz weit oben. Aus dem kleinen Kai ist der Mann Havertz geworden. Ein gestandener, toller Profi mit großen Erfolgen im Ausland.“