Julian Draxler ist nicht mehr der Youngster, der als Supertalent aus der Jugend des FC Schalke 04 den Weg zu den Profis und in die Nationalmannschaft schaffte.

Draxler ist mittlerweile 22 Jahre alt und er darf sich Weltmeister nennen, auch wenn er in Brasilien nur zu einem Kurzeinsatz kam.

Jochen Stutzky (l.) und Thorsten Mesch berichten bei der EM 2016 für SPORT1 vom deutschen Team
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Bei der Europameisterschaft darf er aber darauf hoffen, zur Stammelf  von Joachim Löw zu gehören und den Platz des aussortierten Marco Reus einzunehmen. (Mehr zu Julian Draxler heute ab 18.30 Uhr im TV bei EM Aktuell)

Selbstbewusste Ansage

„Ich versuche wie 2014 auch, meine Chance wahrzunehmen, gut zu trainieren, und dem Bundestrainer zu signalisieren, dass ich da bin“, sagt Draxler zu SPORT1.

Auf die Frage, warum Löw auf ihn setzen sollte, gibt sich der Wolfsburger selbstbewusst: „Weil ich gut drauf bin, weil ich seit Januar eine gute Rückrunde gespielt habe und weil meine Qualität im Eins-gegen-eins und Zwei-gegen-eins gegen tiefstehende Gegner sicher gebraucht wird.“

Wolfsburgs Nationalspieler Julian Draxler hat sich seit Wochen immer besser gefühlt und ist nah dran am Stammplatz für die EM. Im Training zeigt der DFB-Kicker sein Können.

Wolfsburgs Nationalspieler Julian Draxler hat sich seit Wochen immer besser gefühlt und ist nah dran am Stammplatz für die EM. Im Training zeigt der DFB-Kicker sein Können.

Gewinner der Vorbereitung

In den beiden Testspielen gegen die Slowakei und Ungarn stand Draxler in der Startelf, wie auch gegen Italien im März, als er beim 4:1-Sieg einen Treffer vorbereitete.

Gegen Ungarn wurde ihm ein reguläres Tor aberkannt, aber Draxler zeigte eine gute Leistung und wurde an seiner alten Wirkungsstätte bei seiner Auswechslung mit viel Applaus bedacht. Für den Ex-Schalker eine Bestätigung.

Draxler ist bestens auf die EM vorbereitet, einen Platz in der Startelf fordert er aber nicht.

„Ich habe in der Vorbereitung gut Gas gegeben, ich fühle mich gut und möchte auch spielen, aber der Bundestrainer wird entscheiden, was das Beste für die Mannschaft ist“, sagte er.

Starke Rückrunde in Wolfsburg

Nach seinem Wechsel nach Wolfsburg hatte er anfangs Probleme, doch durch eine starke Rückrunde schaffte der Offensiv-Allrounder den Sprung in den EM-Kader.

Draxler kann zentral und auf den Flügeln spielen, wo er seine besten Einsatzchancen sieht.

„In der Nationalmannschaft helfe ich am meisten auf der Außenposition. Da spiele ich gerne, ich habe mich daran gewöhnt und würde mich freuen, wenn ich viel Spielzeit bekomme“, sagt er.

Kapitän Bastian Schweinsteiger, Vize Manuel Neuer oder doch ein anderer? Wer ist der wahre Anführer im Team des Weltmeisters? Der SPORT1-Check.

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Zuspruch von Neuer – namhafte Konkurrenz

Zuspruch bekommt er von seinem ehemaligen Schalker Vereinskollegen Manuel Neuer. „Julian sehe ich sehr stark. Er hat in den letzten Spielen gute Leistungen gezeigt und dann präsentiert er sich im Training auch sehr gut“, sagte Neuer am Donnerstag auf SPORT1-Nachfrage, „wir haben aber auch in der Offensive gute Alternativen.“

Konkurrenten um den Platz auf dem linken Flügel sind Lukas Podolski, Leroy Sane und Draxlers Klubkollege Andre Schürrle.

Wolfsburg statt England oder Italien

Vor seinem Wechsel nach Wolfsburg war Draxler bei Spitzenklubs in Italien und England im Gespräch, bei der EM kann er sich auf der ganz großen internationalen Bühne zeigen.

„In erster Linie geht es ja hier nicht um mich, sondern um Deutschland und unser großes Ziel, dass wir Europameister werden“, meint er.

„Klar, bei einer Europameisterschaft schaut die ganze Welt zu. Da kann man sich auch in den Vordergrund spielen. Aber soweit sind meine Gedanken noch nicht gegangen. Ich versuche einfach, Schritt für Schritt voranzukommen.“

Die UEFA warnt bei der EM vor langen Wartezeiten. Die Sicherheitskontrollen vor Spielen dauern so lange, dass die Fans bereits mehrere Stunden vorher kommen sollen.

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Onur Özdamar, Jahrgang 1983, schloss sein Studium der Diplom-Sportwissenschaft an der Deutschen Sporthochschule Köln ab. Nach Praktika beim Print, Radio & TV, absolvierte er 2010 ein Praktikum bei...

Thorsten Mesch, Jahrgang 1968, arbeitete schon während seines Studiums an der DSHS Köln beim WDR Hörfunk - zunächst in der Musikredaktion von WDR1, dann bei Einslive. Sein erstes großes Turnier, über...