Die Pokal-Sensation bleibt aus, der Favorit kennt keine Gnade: RB Leipzig ist mit einem Schützenfest ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen.

Die momentan beste Rückrundenmannschaft des Oberhauses setzte sich beim Zweitligisten Hannover 96 deutlich mit 4:0 (2:0) durch. Der Erfolg der Sachsen war zu keiner Zeit gefährdet. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan des DFB-Pokals)

Torjäger Christopher Nkunku sorgte vor 25.000 Zuschauern in Hannovers ausverkaufter WM-Arena bereits in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse. Der Franzose, der in der Liga schon 14 Treffer erzielt hat, war in der 17. Minute aus zentraler Position und nur fünf Minuten später auch aus spitzem Winkel erfolgreich. Für die weiteren Tore sorgten Konrad Laimer (67.) mit einem Flachschuss sowie Andre Silva (73.).·

„Ein Fußballspiel ist nie ein Spaziergang. Aber wir haben von Anfang an gezeigt, dass wir weiterkommen wollen. Wir hatten das Ziel, hier weiterzukommen und da gibt es ein großes Lob. So einfach ist das hier nicht mit den Platzverhältnissen und dem Drumherum“, analysierte Leipzigs Konrad Laimer bei SPORT1.

Für den Doppeltorschützen Nkunku hatte er ein Extra-Lob parat:“ Er hat einfach eine überragende Qualität, hat einen überragenden Speed. Er macht zurzeit ein Tor nach dem anderen. Das macht einfach Spaß, mit dem Jungen zu spielen, dem Jungen zuzuschauen. Er hat uns in dieser Saison schon so viel gegeben und er muss einfach nur so weitermachen. Er ist ein Typ, der jeden Tag richtig viel arbeitet und investiert. Und das ist jetzt der Lohn dafür. Ich bin sehr zuversichtlich, dass er uns im Frühjahr noch sehr viel Spaß bereitet.“

Im DFB-Pokal-Viertelfinale setzt sich Christopher Nkunku bereits in der 17. Minute gegen Muroya durch und schiebt die Kugel aus elf Metern an Zieler vorbei ins Tor.

Im DFB-Pokal-Viertelfinale setzt sich Christopher Nkunku bereits in der 17. Minute gegen Muroya durch und schiebt die Kugel aus elf Metern an Zieler vorbei ins Tor.

RB Leipzig von der ersten Minute voll da

Nach drei Bundesliga-Siegen hintereinander ging der letztjährige Pokalfinalist von der ersten Minute an hochkonzentriert zu Werke. Dass Trainer Domenico Tedesco sieben neue Spieler in die Startformation hineinrotiert hatte, tat dem Spielfluss keinen Abbruch.

„Das haben die Jungs gut gemacht. In den ersten fünf Minuten haben wir drei Ballverluste drin gehabt. Da hatte ich so ein bisschen die Angst, dass das in die falsche Richtung geht. Dann haben wir uns gefangen und die Türöffner waren die beiden Umschalter zum 1:0 und 2:0″, zeigte sich Tedesco bei SPORT1 zufrieden. „Das Geheimnis des Erfolges ist die Qualität der Mannschaft und der Spieler. Manchmal kann auch ein Trainer den Erfolg nicht verhindern“, lachte er.

Der Zweitliga-Zwölfte Hannover, der ohne Gegentor die Runde der letzten acht erreicht hatte und im Achtelfinale für den Leipziger Ligakonkurrenten Borussia Mönchengladbach Endstation gewesen war, hatte insbesondere bis zum Seitenwechsel absolut nichts zu bestellen. Ohne gelegentliche Rückpässe seiner Mitspieler hätte RB-Torhüter Peter Gulacsi kaum einen Ballkontakt gehabt.

„Wir sind natürlich enttäuscht“, erklärte 96-Coach Christoph Dabrowski bei SPORT1: „Aber man muss sagen, dass Leipzig einfach gut ist. Wir wollten das aus einer kompakten Formation machen. Das ist uns am Anfang gelungen. Leider sind die ersten beiden Tore nach Ballverlusten resultiert. Wenn man dann 2:0 zurückliegt, wird es schwieriger. Wir haben nach der Halbzeit versucht, gut herauszukommen. Aber wenn es dann 3:0 steht, wird es einfach noch schwieriger. Man muss heute akzeptieren, dass Leipzig verdient gewonnen hat und sie vielleicht eine Nummer zu groß für uns waren.“

96-Stürmer Maximilian Beier, schon viermal erfolgreich im laufenden Wettbewerb, war in der Offensive völlig auf sich allein gestellt. Somit ging von den Norddeutschen keinerlei Gefahr aus. Es dauerte bis zur 50. Minute, ehe sich die Niedersachsen ihren ersten Eckball erkämpfen konnten.

Im Viertelfinale des DFB-Pokal legt Leipzig schnell nach. Christopher Nkunku macht nur 5 Minuten nach dem 1:0 den Doppelschlag.

Im Viertelfinale des DFB-Pokal legt Leipzig schnell nach. Christopher Nkunku macht nur 5 Minuten nach dem 1:0 den Doppelschlag.

Kampl will mit Leipzig wieder nach Berlin

Zu diesem Zeitpunkt hatte Hannovers Trainer Christoph Dabrowski bereits auf die Flaute in der Offensive reagiert und zu Beginn der zweiten Halbzeit Hendrik Weydandt als zweite Sturmspitze auf das Feld geschickt. Die Angriffsaktionen des Pokalsiegers von 1992 wirkten daraufhin etwas geordneter, wirklich Torgefahr bestand allerdings auch weiterhin nicht.

Dabei zogen sich die Gäste, die nach dem frühen Aus für Meister Bayern München und Cupverteidiger Borussia Dortmund als erster Anwärter auf die begehrte Trophäe gelten, ein wenig zurück und setzten mehr als im ersten Durchgang auf Konter, die jedoch zunächst nicht sauber zu Ende gespielt wurden. Doch Tedescos Spieler behielten die Spielkontrolle und blieben über weite Strecken das dominante Team.

Am Ende gab es schon einen Blick nach vorn. „Wir sind noch ein Spiel vom Finale entfernt“, sagte Leipzigs Kevin Kampl bei SPORT1: „Wir waren schon zweimal in Berlin und sind zweimal als Verlierer nach Hause gefahren. Wir wissen, was für ein geiles Gefühl es ist, nach Berlin ins Finale zu kommen und das ist jetzt unser Ziel. Wir wollen jetzt nach Berlin und endlich mit diesem großartigen Verein einen Titel holen, Geschichte schreiben. Dafür wollen wir alles geben.“

mit Sport-Informations-Dienst (SID)