Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat sich vor dem WM-Auftaktspiel gegen Marokko mit Blick auf die Aufstellung nicht in die Karten schauen lassen. „Ich werde zum Kader nichts sagen. Ich kann nur sagen, dass alle Spielerinnen im Kader sein werden. Da darf der Gegner auch noch ein bisschen drüber nachdenken“, sagte die 55-Jährige einen Tag vor dem ersten Gruppenspiel in Melbourne.
Offen bleibt damit, ob die angeschlagenen Spielerinnen am Montag (10.30 Uhr MESZ) zur Verfügung stehen: Fraglich sind Abräumerin Lena Oberdorf (Oberschenkelverletzung), Abwehrchefin Marina Hegering (Fersenprellung) und Sjoeke Nüsken (Außenbanddehnung im Knie).
Bundestrainerin: „Alles andere wäre nicht schlau“
Auf die Frage, ob nur fitte Spielerinnen ohne Risiko zum Einsatz kommen würden, sagte Voss-Tecklenburg: „Alles andere wäre nicht schlau, wir wollen ja mehr als ein Spiel machen.“
Die Frauen-WM ist gestartet. Im Interview mit SPORT1 spricht Lena Oberdorf über das Gastgeberland Australien, den WM-Titel und den Teamgeist bei den DFB-Frauen.
Oberdorf soll am Sonntag am Abschlusstraining teilnehmen und spätestens im zweiten Gruppenspiel gegen Kolumbien wieder voll dabei sein. Hegering, die seit der Ankunft in Australien noch nicht mit der Mannschaft trainiert hat, sei „auf dem Weg der Besserung. Das freut uns“, sagte Voss-Tecklenburg.
Muss DFB-Spielerin kurz vor dem Auftakt abreisen?
Nüsken galt als potenzieller Hegering-Ersatz, trainierte aufgrund ihrer Blessur mit getaptem Knie ebenfalls nur teilweise mit.
Da sich im Abschlusstraining am Sonntagnachmittag (Ortszeit) offenbar keine weiteren Spielerinnen verletzten, wird Janina Minge nach der Partie die Heimreise antreten. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Anschluss an die Einheit mit. Die 24-Jährige vom SC Freiburg war als Backup mit nach Australien gekommen.
Unabhängig vom Personal hofft Voss-Tecklenburg, dass die DFB-Frauen eine ähnliche Euphorie wie im Vorjahr bei der EM in England entfachen können. „Wir wollen die Menschen mitnehmen, emotionalisieren, Freude vermitteln. Das hat ganz viel mit uns zu tun, wir sind uns natürlich dieser Verantwortung bewusst“, sagte die Bundestrainerin, die einen „hartnäckigen“ Gegner erwartet.
WM-Debütant Marokko werde „mit Herzblut“ verteidigen. „Da kommt viel Stolz, Mentalität und fußballerische Qualität auf uns zu“, warnte Voss-Tecklenburg: „Wir wissen, dass es bei der WM kein Selbstläufer wird, aber wir fühlen uns gut vorbereitet und ich habe vollstes Vertrauen in meine Spielerinnen.“