Vorab: Insgesamt spielt der FC Bayern eine gute bis sehr gut Saison. Titel in der Bundesliga, Halbfinale in der Champions League, Pokalfinale – auf dem Papier ist man im Soll. Obendrein konnte man diverse Rekorde brechen.
Doch am Mittwochabend gegen PSG konnte man sehen, dass der Mannschaft noch ein Stück zum Titel fehlt. In den entscheidenden Szenen waren die Pariser kühler, cleverer und in der Offensive einen Tick gefährlicher – wie auch im Hinspiel.
Über die beiden Spiele in ihrer Gesamtheit gesehen, ist es daher ein verdientes Aus für den FC Bayern. Man war zwar lediglich einen Treffer schlechter, aber: Knapp daneben ist eben auch vorbei. Das war dann doch zu wenig.
Ein Hoffnungsschimmer bleibt
Obendrein bleibt eine bittere Erkenntnis: In letzter Konsequenz konnten die Gäste von der Bank nachlegen, während FCB-Trainer Vincent Kompany wenig Optionen hatte, die dem Spiel noch eine Wendung hätten geben können. Hinter den Kulissen dürfte nun angeregt diskutiert werden, ob der Kader – zumindest für solche Spiele wie gegen Paris – nicht doch zu klein ist.
Ja, auch die Leistung des Schiedsrichters hat eine gewisse Rolle gespielt. Doch er hat das Spiel nicht entschieden – so ehrlich müssen die Münchner sein. Vielmehr haben sie sich von der Hektik besonders beeinflussen lassen. Manuel Neuers Feststellung direkt nach der Partie ist völlig richtig: Die Bayern waren an diesen Abend keine Killer.
Immerhin dürfte die Münchner Fans der Umstand trösten, dass ein erfahrener Spieler wie Joshua Kimmich etwas Großes in der Mannschaft wachsen sieht. Wenn er nach elf Jahren beim FC Bayern sagt, man habe in all der Zeit nicht so gut Fußball gespielt wie aktuell, sagt das viel aus und lässt für die kommende Saison hoffen. Doch vorerst haben die Münchner den Titel fast ein bisschen hergeschenkt.