Die UEFA hat den argentinischen Nationalspieler Gianluca Prestianni nach dem Vorfall um Vinícius Júnior für insgesamt sechs Spiele gesperrt. Die Hälfte der Sperre ist allerdings für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

In der Urteilsbegründung erklärte der europäische Dachverband, dass sich der Spieler von Benfica Lissabon „diskriminierenden (d.h. homophoben) Verhaltens“ schuldig gemacht habe.

Benfica-Profi Gianluca Prestianni (M.) wird gesperrt - auch für die WM?
Benfica-Profi Gianluca Prestianni (M.) wird gesperrt – auch für die WM?Benfica-Profi Gianluca Prestianni (M.) wird gesperrt – auch für die WM?© IMAGO/ZUMA Press Wire

Nähere Details nannte die UEFA nicht, die knappe Urteilsbegründung legt jedoch nahe, dass die Sperre nicht wegen einer rassistischen, sondern wegen einer homophoben Beleidigung ausgesprochen wurde.

Kostet der Eklat Prestianni sogar die WM?

Zur Erinnerung: Real Madrids Superstar Vinícius hatte Gegenspieler Prestianni während der Partie Benficas Ende Januar in der Ligaphase der Champions League beschuldigt, ihn als „Affen“ verunglimpft zu haben. Mehrere Mitspieler des Brasilianers wollten die rassistische Beleidigung ebenfalls gehört haben.

Der Argentinier stritt die Vorwürfe öffentlich ab. Der Vorfall entwickelte sich zu einem Eklat, der in großen Teilen der Fußballwelt Wellen geschlagen hat.

Für ein Spiel – ein weiteres Aufeinandertreffen mit den Madrilenen – wurde Prestianni bereits vor der nun erfolgten Urteilsverkündung gesperrt, er muss nun also noch zwei Spiele in einem von der UEFA organisierten Wettbewerb aussetzen. Es geht also um Spiele im Europacup, Ligaspiele sind nicht betroffen.

Aber: Die UEFA gab auch an, beim Weltverband FIFA beantragt zu haben, die Europacup-Sperre auf eine weltweite Sanktion auszuweiten.

Das würde bedeuten: Prestianni wäre auch für die nächsten Länderspiele gesperrt, was ihn gar ein mögliches Ticket für die Weltmeisterschaft kosten könnte. Denn auf die Nominierung eines Spielers, der mindestens für die ersten beiden Gruppenspiele nicht infrage käme, würde Nationaltrainer Lionel Scaloni vermutlich verzichten.

Erst im November des vergangenen Jahres hatte Prestianni für Argentinien sein Debüt gefeiert.