Was für ein Spektakel, was für ein Dämpfer! Paris Saint-Germain ringt den FC Bayern im Halbfinal-Hinspiel der Champions League mit 5:4 nieder – doch der Last-Minute-Schock um Achraf Hakimi trübt die Gala.
In der 88. Minute sackte der Rechtsverteidiger nach einem kuriosen Duell mit Konrad Laimer plötzlich zu Boden. Wenige Meter vor der eigenen Eckfahne drehte Laimer seinen Gegenspieler einmal ordentlich ein und schlug mit dem Ball am Fuß einen Haken nach dem anderen.
Nach einer unglücklichen Bewegung griff er sich sofort an den hinteren Oberschenkel, das medizinische Team eilte herbei. „Auf dem Platz hat er gesagt, dass es Krämpfe seien“, erklärte Teamkollege Marquinhos nach der Partie bei Canal+.
Hakimi muss sich durchbeißen
Im weiteren Verlauf – PSG konnte nicht mehr wechseln – waren bei dem Marokkaner jedoch sichtliche Schmerzen anzusehen, die größere Sorgen bei PSG aufkommen ließen. „Ich weiß nichts. Morgen werden wir sehen, wie es ihm geht. Aber ich kann dazu noch nichts sagen“, schilderte Trainer Luis Enrique auf der Pressekonferenz nach der Partie. Auch Marquinhos verwies auf die kommenden Tage und sagte knapp: „Ich weiß nicht, ob es der hintere Oberschenkel oder die Wade ist.“
Besonders brisant: Hakimi musste nach seiner Verletzung gewaltig auf die Zähne beißen und die Partie auf dem Feld beenden. Enrique hatte sein Wechselkontingent bereits ausgeschöpft. Paris musste die Schlussphase, in der Hakimi weiter nach vorne rückte, um defensiv keine Lücke zu reißen, also faktisch zu zehnt überstehen.
Hakimi-Einsatz fraglich – Enrique lässt hoffen
Dass der PSG-Star trotz Schmerzen bis zum Abpfiff durchhielt und das Risiko einging, sich eventuell schwerer zu verletzen, unterstrich die Bedeutung der Partie.
Sportlich lieferte das 5:4 im Parc des Princes eines der spektakulärsten Halbfinals der vergangenen Jahre. Nach zwischenzeitlicher 5:2-Führung ließ PSG die Bayern noch einmal herankommen, ehe der knappe Vorsprung ins Ziel gerettet wurde.
Ob Hakimi beim Rückspiel am Mittwoch in der Allianz Arena zur Verfügung steht, ist offen. Klar ist nur: Der Offensivdrang des Außenverteidigers – inklusive Vorarbeit zum 4:2 – ist für das Spiel der Pariser kaum zu ersetzen.
Im Interview bei Movistar zeigte sich Enrique optimistisch, dass es sich nicht um eine schlimmere Verletzung handeln könnte. „Ich glaube, es sind Krämpfe. Bei diesem Intensitätsgrad ist das normal“, erklärte der Spanier seine Hoffnung.