Eigentlich ist Vincent Kompany kein Mann der lauten Töne. In der Öffentlichkeit tritt er entspannt und freundlich auf – nur in der Kabine kann der Bayern-Trainer laut werden. Umso erstaunlicher war es, dass er auf der Pressekonferenz am Tag vor dem Kracherspiel bei Real Madrid eine Frage nach Tom Bischof dazu nutzte, auf eine ganz bestimmte Diskussion aus dem Sommer 2025 zurückzublicken.
Dabei ließ der Coach sogar einen Hauch von Triumphgefühl durch den Bauch des Bernabéu wehen. Im Ton verbindlich, im Inhalt aber deutlich. „Wir haben viel darüber gesprochen, wie klein unser Kader Anfang der Saison war. Das kann man (nur dann, Anm. d. Red.) nachvollziehen, wenn man am Anfang der Saison Tom Bischof nicht kennt oder ihn nicht richtig einschätzen kann – oder wenn man Lennart Karl nicht richtig einschätzen kann“, sagte Kompany.
Bayern München: Kompany erinnert sich an Kader-Diskussion
Heißt im Umkehrschluss: Er selbst und seine Mitstreiter hätten – anders als viele Experten – den richtigen Riecher gehabt. In der Tat: Die Klub-Strategen Christoph Freund und Max Eberl mussten sich zu Beginn der Saison immer wieder rechtfertigen. Dass der Kader der Bayern zu klein für große Aufgaben sei, war Mainstream-Meinung.
Grund hierfür war aber auch die Tatsache, dass die Münchner mit Alphonso Davies und Jamal Musiala zwei Langzeitverletzte in ihren Reihen hatten und viele Blessuren mitverantwortlich dafür waren, dass die Münchner sowohl 2024 als auch 2025 nicht ins Finale der Königsklasse eingezogen waren. Der Gedanke, der FC Bayern habe zu wenig Spieler, war also nicht vollkommen abwegig.
FC Bayern: Kompany hat Kritiker widerlegt
Kompany macht die Entwicklung derweil vor allem am Willen und dem Talent der Youngster fest. Über Bischof und Karl sagt er: „Wenn die beiden aber ihre Leistung zeigen, hat man plötzlich einen größeren Kader. Ich bewerte das als positive Geschichte für unseren Kader in dieser Saison.“ Das sei alles organisch passiert.
Die Strategie, von der der Belgier spricht, führt aktuell dazu, dass die Münchner seit langem und nach vielen Pleiten gegen Real Madrid erstmals wieder als kleiner Favorit gelten. Selbst bei den Königlichen spricht man davon, dass man gegen die „formstärkste Mannschaft Europas“ antreten müsse. Gut möglich also, dass Kompany nach einem Einzug ins Halbfinale noch selbstbewusster auftreten wird. Die Kritiker von damals hat er aber bereits jetzt widerlegt.