Wenn es einen Namen beim FC Bayern gab, der in K.-o.-Spielen der Champions League gegen PSG in der jüngeren Geschichte herausstach, dann war es Kingsley Coman.

Der Franzose, der für beide internationalen Schwergewichte im Einsatz war, traf für die Bayern in der Saison 2022/23 zum 1:0-Siegtreffer im Hinspiel beim letzten Aufeinandertreffen in der K.-o.-Phase. Und dann war da noch die 59. Spielminute am 23. August 2020, als der „King“ die Münchner gegen seinen Ex-Klub zum bislang letzten Champions-League-Sieg köpfte.

An diesen Schrei von Thomas Müller kann sich Kingsley Coman noch erinnern
An diesen Schrei von Thomas Müller kann sich Kingsley Coman noch erinnernAn diesen Schrei von Thomas Müller kann sich Kingsley Coman noch erinnern© IMAGO/Poolfoto UCL

FC Bayern: „Es ist nicht wie im Film“

Der 29-Jährige hat jetzt in einem Interview mit den Klubmedien des FC Bayern Details zu seinem goldenen Siegtreffer zum CL-Triumph im Corona-Jahr 2020 offenbart.

Was ihm von dem Moment in Erinnerung geblieben ist, als Joshua Kimmich eine Halbfeld-Flanke butterweich an den zweiten Pfosten hob und er selbst per Kopf einnetzte? „Vielleicht der Schrei von Thomas (Müller, Anm. d. Red) nach dem Tor“, meinte der in Paris geborene Coman: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich ihn gehört habe. Ich erinnere mich eher an den Moment, an dem ich die Augen geöffnet und gesehen habe, dass der Ball drin ist.“

Die Szenen beschrieb er so: „Es ist nicht wie im Film, wo die Zeit stehen bleibt und du denkst: Jetzt ist mein Moment. Du hast keine Zeit zu überlegen, du läufst einfach dorthin, wo du glaubst, dass der Ball hinkommen könnte – und plötzlich ist er da.“

PSG oder FC Bayern? Für diesen Club schlägt Comans Herz

Dass ausgerechnet der Flügelflitzer gegen seinen Ex-Klub mit dem Kopf traf, ist eine besondere Geschichte: „Kopfbälle waren nie meine größte Stärke. Also wollte ich ihn einfach so sauber wie möglich treffen. Die Ausführung war vielleicht nicht nach Lehrbuch, aber der Ball ging genau dorthin, wo er hinmusste, mit der Wucht, die es brauchte. Am Ende ist nur das wichtig.“

Wichtig wird es auch am Dienstag, wenn PSG den FC Bayern (ab 21.00 Uhr im LIVETICKER) im Prinzenpark zum Schwergewichts-Kampf im europäischen Spitzenfußball begrüßt und bei Coman zwei Herzen in der Brust schlagen. „Ich trage beide Vereine in meinem Herzen, aber Bayern ist das jüngere Kapitel. Es geht eher um meine persönliche Verbindung. Und die ist im Moment zu Bayern einfach noch sehr stark“, erklärte der mittlerweile bei Cristiano Ronaldos Klub Al-Nassr aktive Franzose: „Deshalb ist klar, dass ich dieses Mal Bayern die Daumen drücke.“

Der Kopfball ins Glück von Kingsley Coman
Der Kopfball ins Glück von Kingsley Coman Der Kopfball ins Glück von Kingsley Coman © IMAGO/Poolfoto UCL

Champions League: „Bei Bayern ist Gewinnen fast selbstverständlich“

Coman warnt die Münchner aber: „Für mich ist es das beste Paris aller Zeiten.“ Die Fußballfans dürften sich dabei auf ein Fest freuen: „Es treffen die beiden Mannschaften aufeinander, die in dieser Saison den intensivsten und attraktivsten Fußball spielen.“

Trotz des PSG-Triumphs in der vergangenen Königsklassen-Saison sieht Coman den mentalen Vorteil bei den bayrischen Landeshauptstädtern: „Bei Bayern ist Gewinnen fast selbstverständlich. Die Liga zu gewinnen, weit zu kommen: Das wird erwartet. Dieser Anspruch schärft den Kopf. Du lässt dich nicht gehen und bist mental oft schon bereit, wenn solche Spiele kommen.“

Seine wertvollste Lehre aus der Zeit bei den Münchnern: „Bei Bayern habe ich erfahren, was es bedeutet, in einer Mannschaft zu spielen, die gewinnen muss – und die gewinnen wird.“