Der FC Bayern marschiert in der Champions League vorneweg, weilt auch in der Liga in der Spitzengruppe. Und doch sorgen Verletzungsprobleme bei den Münchnern für Unruhe, das Auftreten erinnert nur vereinzelt an dominantere Zeiten.
Grund genug für Matthias Sammer vor dem CL-Duell des FC Bayern mit Galatasaray Istanbul (im SPORT1-Liveticker) am Dienstagabend bei Amazon Prime die Stabilität des deutschen Rekordmeisters zu hinterfragen: „Sie müssen sich finden, sich stabilisieren – und das größte Problem ist, dass sie nach wie vor keine richtige Achse haben, die dieses Innenleben in dieser Phase stabilisiert.“
Dass genau dabei eine „Holding-Six“, wie sie sich Trainer Thomas Tuchel im Sommer gewünscht hat, um die Ketten zu verbinden, helfen würde, ist aus Sammers Sicht einleuchtend – ebenso, wie Tuchels fordernde Worte gen Vereinsführung.
Sammer zum FC Bayern: „Schauspielereien neben dem Platz“
„Ja ich kann es nachvollziehen, was er sagt. Von Anfang an, als er kam, gab es ein paar Enttäuschungen. Jetzt nimmt alles schon einen gewissen Prozess an, eine gewisse Entwicklung. Nur in der Souveränität im Umgang und in der Kommunikation zum Verein, da merkt man, dass da einige Widersprüche dabei sind. Auch in Transferkonstellationen“, so Sammer.
Der ehemalige Nationalspieler hat ebenso eine klare Meinung zu den Themen abseits des Feldes: „Das sind die Schauspielereien neben dem Platz.“
Doch auch im sportlichen Geschehen fehle ebenjene Stabilität noch, wenn es nach Sammer geht: „Auf dem Platz merkt man es ganz deutlich! Wenn ich gucke, dass Mainz (3:1-Ligasieg am Samstag; Anm. d. Red.) fast genauso viele Chancen hatte, vielleicht ein Quäntchen weniger Glück…wir gehen von dem Niveau des FC Bayern aus: europäische Spitze, Weltspitze. Da sind noch Widersprüche erkennbar!“
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Ob das jedoch das alleinige Problem von Tuchel sei oder sich die Mannschaft nach der Nagelsmann-Entlassung im Frühjahr doch weiterentwickelt habe, beantwortete der 56-Jährige nur zögerlich.
„Schwer, in diesem Moment zu sagen“, findet Sammer. „Das Nagelsmann-Ende war im Frühjahr. Es ging im sportlichen Sinne um Leben oder Sterben. Wir sind jetzt in einer Phase, in der du nichts verlieren darfst, aber hier wird auch noch kein Titel vergeben. Die optische Konstellation von Bayern Souveränität ist noch suchend.“