Eine Auswechslung in einem Champions-League-Spiel ist keine Randnotiz wert – normalerweise. Doch ein Wechsel von Thomas Tuchel sorgte schon während des Viertelfinal-Rückspiels zwischen Bayern und Manchester City für helle Aufregung.

Leroy Sané verließ nach 63 Minuten den Rasen der Allianz Arena, ManCity hatte gerade durch Erling Haaland das 0:1 erzielt und das Bayern-Aus damit besiegelt.

Für ihn kam Sadio Mané, der ihm vor einer Woche in Manchester mit einem Schlag eine dicke Lippe verpasst hatte.

Leroy Sané geht, Sadio Mané kommt - Augenkontakt Fehlanzeige
Leroy Sané geht, Sadio Mané kommt – Augenkontakt FehlanzeigeLeroy Sané geht, Sadio Mané kommt – Augenkontakt Fehlanzeige

Mané kommt für Sané – eigenartiger Moment

Mané hob beide Hände, um seinen Teamkollegen in üblicher Weise abzuklatschen.

Doch Sané hatte andere Pläne, ging seitlich am Senegalesen vorbei und streckte nur kurz den rechten Arm heraus.

Den Blick wandte Sané beim kurzen Kontakt auf den Boden und ging Richtung Ersatzbank.

„Einfach nur unangenehm“ fanden gleich einige Fans im Netz diese kuriose Szene. Gerade in der englischen Presse war der Austausch mit Ex-Liverpool-Star Mané ein großes Thema. Als „unangenehmste Auswechslung ever“ betitelte beispielsweise der Daily Star die Aktion.

Kahn bestätigt Rekordstrafe für Mané

Die Entscheidung von Thomas Tuchel, ausgerechnet die beiden Streithähne füreinander auszuwechseln, ist das nächste Kapitel im Kabinen-Eklat, der seit einer Woche die Öffentlichkeit und den FC Bayern beschäftigt.

Für Mané war es der erste Einsatz seit seinem Vergehen in Manchester, gegen Hoffenheim war der Star-Einkauf vom FC Liverpool suspendiert worden. Vor dem City-Rückspiel erfuhr SPORT1, dass Mané eine Strafe in Höhe von 350.000 Euro aufgebrummt worden war.

„Das kann ich bestätigen, ja“, sagte Oliver Kahn am Mittwoch bei DAZN auf die Frage, ob Mané damit die höchste Strafe in der Bayern-Geschichte erhalten habe. Die genaue Summe verriet der Vorstandschef nicht. Die „Sache“ sei inzwischen „erledigt“, sagte Kahn weiter.

„Das gehört dazu“: England-Größen verteidigen Mané

Ähnlich sieht es auch Manchester-United-Legende Rio Ferdinand. „Das ist Fußball, das überrascht mich überhaupt nicht“, sagte Ferdinand bei BT Sport zum handfesten Streit von Mané und Sané: „Ich weiß, dass es Schlagzeilen macht, aber wenn etwas auf dem Fußballplatz nicht richtig läuft, werden Fragen gestellt. Manchmal werden Hände erhoben, Stimmen werden lauter und das gehört dazu.“

Dies bestätigte auch der frühere Bayern-Star Owen Hargreaves, der nach eigenen Aussagen vor dem Champions-League-Finale 2008 gegen Chelsea im Training mit Ferdinand aneinandergeraten war: „Sir Alex (Ferguson) musste kommen und uns beruhigen. Solche Situationen sind hitzig, der Druck ist groß und die Leute wollen nicht gerne verlieren.“

Die Trainer-Ikone Arsene Wenger betonte derweil, wie wichtig es nun sei, „das Vertrauen und die Kommunikation in der Kabine“ wieder herzustellen. „Das bedeutet nicht, dass man sich gegenseitig lieben muss. Aber es bedeutet, dass das übergeordnete Interesse der Mannschaft über dem persönlichen Konflikt der Spieler steht“, sagte der frühere Arsenal-Coach bei beIN Sports.