Nach dem vorletzten Saisonspiel kann Werder Bremen im Abstiegskampf der Bundesliga endgültig aufatmen: Die Norddeutschen verloren zwar am Samstagnachmittag mit 0:1 (0:1) bei der TSG Hoffenheim, doch die Pleiten des FC St. Pauli am Nachmittag bei RB Leipzig sowie des VfL Wolfsburg am Abend gegen den FC Bayern bescherten den Ligaverbleib. Die Umstände bei der eigenen Niederlage in Hoffenheim stießen dem Werder-Kapitän trotzdem sauer auf.
Bazoumana Touré schoss in der 26. Minute das Siegtor für die Hoffenheimer – Spielführer und Verteidiger Marco Friedl ärgerte sich dabei über das Defensivverhalten vor dem Gegentor.
Werder-Kapitän Friedl: „Das stinkt extrem“
„Absolut amateurhaft“ habe man sich beim Gegentor verhalten, erklärte Friedl bei DAZN. Über seine Mitspieler sagte er: „Ich weiß nicht wo sie rumträumen und was sie machen. Das stinkt extrem, dass du am 33. Spieltag durch so eine Scheiße ein Gegentor frisst.“ Werder agierte nach der frühen Roten Karte für Yukinari Sugawara (5.) in Unterzahl.
Die TSG hat nach dem Heimsieg weiterhin die Möglichkeit, sich für die Champions League zu qualifizieren. Weil zeitgleich aber Stuttgart gegen Leverkusen gewann, ist Hoffenheim bei diesem Vorhaben am kommenden Samstag in Mönchengladbach auch vom Ergebnis des punktgleichen VfB abhängig, der das deutlich bessere Torverhältnis hat.
Werder hält in Unterzahl gut dagegen
Schon kurz nach Anpfiff stand Werder auf wackligen Füßen: Sugawara trat Touré rücksichtslos in die Wade und sah nach Videobeweis von Schiedsrichter Sören Storks zurecht die Rote Karte (5.).
„Ungünstiger kannst du in ein Spiel nicht starten, ist logisch“, schimpfte Friedl: „Ich weiß, dass er es nicht mit Absicht wollte, niemals. Aber das war komplett unnötig, auch in der Situation.“
In Unterzahl zog sich Werder bei gegnerischem Ballbesitz tief in die eigene Hälfte zurück, die TSG tat sich so zunächst schwer, Chancen herauszuspielen. Zur Mitte der ersten Hälfte hatten die Hausherren mehr als 60 Prozent Ballbesitz, wirkten in ihren Offensivaktionen aber nervös. So waren es schläfrige Bremer, die Hoffenheims Führung ermöglichten: Bei einer schnell ausgeführten TSG-Ecke war Werders Abwehr überhaupt nicht auf der Höhe, Touré bedankte sich.
Vor 28.128 Zuschauern versuchten die Norddeutschen dennoch, Nadelstiche zu setzen, Justin Njinmahs Versuch aus der Distanz geriet aber deutlich zu hoch (30.). Werder hielt mit neun Feldspielern insgesamt gut mit, Hoffenheim erspielte sich vor dem Pausenpfiff keine hochkarätigen Möglichkeiten mehr.
Die Gästen blieben auch zu Beginn des zweiten Abschnitts agil und verbuchten mehrere Torannäherungen, die beste Gelegenheit vergab Njinmah (50.). Bei der Flanke von Wouter Burger, die an den Pfosten klatschte, hatte der SVW jedoch Glück (61.). Die Partie lebte nun vor allem von der Spannung, beide Teams lauerten auf ihre Chance.