Uli Hoeneß hält Thomas Müller weiterhin die Tür für eine Rückkehr zum FC Bayern München offen. Im Hinblick auf das Ende seiner Spielerzeit beim deutschen Rekordmeister konnte Bayerns Ehrenpräsident das Sticheln allerdings nicht ganz lassen.
„Thomas hat ja am Schluss mehr geredet als Fußball gespielt“, erinnerte sich Hoeneß bei DAZN und führte seine Sicht auf die Dinge aus: „Am Schluss war er nur noch der Pressesprecher und ich habe wirklich mit ihm gar kein Problem. Aber der hat es schon geschickt verstanden, sich persönlich super zu verkaufen, auch zu einem Zeitpunkt, wo er bei uns schon auf der Bank saß.“
FC Bayern: Hoeneß hatte konkreten Müller-Plan
Die Tür für eine FCB-Rückkehr ist aber dennoch weiterhin sperrangelweit offen. „Dieses Angebot besteht nach wie vor“, betonte der 74-Jährige, der Müller am liebsten schon in einer Funktion für den Klub arbeiten sehen würde. Hoeneß hatte bereits einen Plan für den Rekordspieler.
Statt des MLS-Wechsels hatte der Ehrenpräsident für Müller vorgesehen, zunächst einmal ein halbes Jahr zu pausieren und „so etwas wie ein Sabbatical” einzuschieben, um danach beim FCB loszulegen.
„In dieser Zeit hätte er sich weiterbilden können, denn heute ist ein Fußballverein kein kleiner Laden mehr, sondern ein Konzern, eine Unterhaltungsindustrie. Ich hatte mir gedacht, er geht zum Beispiel sechs Wochen zur NBA, sechs Wochen in die MLS, sechs Wochen in die NFL oder auch zu Vereinen wie Manchester United, die marketingseitig hervorragend aufgestellt sind“, erklärte Hoeneß seine Ideen.
Hoeneß kann Müller-Entscheidung nachvollziehen
„Wenn er all diese Eindrücke gesammelt hätte, hätten wir gemeinsam die passende Position für ihn im Verein gesucht”, so die Gedankenspiele von Hoeneß. Müller entschied sich allerdings anders und führte seine Karriere in der MLS bei den Vancouver Whitecaps fort. Auch diesen Schritt konnte Hoeneß nachvollziehen.
„Wenn mir heute jemand sagen würde, es gibt irgendwo noch einen Jungbrunnen und ich hätte die Chance, noch zwei Jahre zu spielen, dann würde ich in zehn Minuten wieder mit dem Training anfangen. Der Beruf des Spielers ist einfach unvergleichlich”, äußerte Hoeneß sein Verständnis.