Konrad Laimer hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der besten Rechtsverteidiger der Welt entwickelt – und das, obwohl der Österreicher eigentlich im defensiven Mittelfeld zu Hause ist. Ein Muster, das man auch in Deutschland gut kennt, dort allerdings mit umgekehrten Vorzeichen.

„Konny Laimer ist ein Spieler, den wir in Deutschland gerne hätten. Auf der Position, auf der er bei Bayern München spielt, nämlich rechts hinten – das spielt er bei Österreich ja nicht“, sagte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bei Sky.

Konrad Laimer feierte seine zweite Meisterschaft mit dem FC Bayern
Konrad Laimer feierte seine zweite Meisterschaft mit dem FC BayernKonrad Laimer feierte seine zweite Meisterschaft mit dem FC Bayern© IMAGO/Sven Simon

Joshua Kimmich ist das Pendant zu Konrad Laimer. Beim FC Bayern spielt der DFB-Kapitän ausschließlich im defensiven Mittelfeld – in der Nationalmannschaft muss er auch wegen Mangel an Alternativen rechts hinten ran.

Matthäus sieht Kimmichs Stärken eher im Mittelfeld und sieht vor allem auf der rechten Abwehrseite Handlungsbedarf: „Kimmich ist eigentlich ein Mittelfeldspieler, der das Spiel bestimmt, den Rhythmus vorgibt. Er spielt rechts hinten – kann er, macht er auch Weltklasse. Aber wir haben keinen richtigen Backup für diese Position.“

„Er verkörpert das, was Bayern ausmacht“

Laimer gehört für viele längst zu den wichtigsten Spielern des FC Bayern. Nicht wegen großer Schlagzeilen oder spektakulärer Statistiken – sondern wegen seiner Mentalität, Flexibilität und Verlässlichkeit.

„Laimer ist dort (als Rechtsverteidiger; Anm. d. Red.) auch nicht ausgebildet, aber er macht es hervorragend. Und deshalb wünsche ich mir, dass er bei Bayern verlängert. Er ist ein sehr wichtiger Spieler – nicht nur wegen der Position, sondern auch wegen seiner Mentalität. Ich wünsche es mir, und ich kann mir ihn gar nicht woanders vorstellen. […] Er verkörpert das, was Bayern ausmacht: Einsatz, Energie“, schwärmt Matthäus vom Österreicher.

Konrad Laimers Vertrag beim FC Bayern läuft im Sommer 2027 aus. Der österreichische Nationalspieler strebt zwar eine Verlängerung an, eine Einigung auf ein neues Arbeitspapier lässt jedoch noch auf sich warten. Der Knackpunkt: Laimer fordert deutlich mehr Geld, wie SPORT1 bereits im März berichtete.

Finden Bayern und Laimer zueinander?

Bayern-Sportvorstand Max Eberl hatte kürzlich die Zukunft von Konrad Laimer beim deutschen Rekordmeister offen gelassen – und dabei die Position der Münchner deutlich gemacht. „Da sind Vorstellungen, da kommt man momentan nicht übereinander, aber es ist auch nicht schlimm. Es gibt kein böses Blut und keine Missstimmung, gar nichts. Es gibt zwei Standpunkte und da muss man schauen, ob man die Brücke irgendwann irgendwie findet. […] Er ist ablösefrei gekommen, da würden wir nicht verlieren.“

Lothar Matthäus positioniert sich klar zur Gehaltsdebatte beim FC Bayern und warnt davor, ausgerechnet bei Laimer ein Zeichen zu setzen. „Ich glaube nicht, dass man an ihm ein Exempel statuieren sollte wegen Gehaltsgrenzen. Die hat man bei anderen auch nicht immer eingehalten.“