Der FC St. Pauli tritt im Abstiegskampf der Bundesliga auf der Stelle. Die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin gab im Duell mit Union Berlin die erhofften Big Points nach Führung aus der Hand und musste sich mit einem 1:1 (1:0) zufriedengeben. Auf dem Relegationsplatz stehen die Hamburger im Saisonendspurt nach dem vierten Spiel ohne Sieg weiter unter hohem Druck.

Mathias Pereira Lage (25.) erzielte das Tor für die Kiezkicker, die Abstiegssorgen verkleinerten sich mit nun 25 Punkten auf dem Konto allerdings kaum. Der Vorsprung auf den Tabellen-17. VfL Wolfsburg beträgt nun immerhin vier Zähler. Auch Union kann trotz des Treffers von Andrej Ilic (52.) auf Platz zehn noch nicht vollends aufatmen, der Abstand zu St. Pauli beträgt sieben Punkte.

Erhitzte Gemüter kurz vor Schluss

St. Paulis Jackson Irvine sah kurz vor Schluss Gelb-Rot (90.+3), der Kapitän wird die nächste Partie gegen den FC Bayern verpassen. Co-Trainer Peter Németh sah unmittelbar danach die glatt Rote Karte. Er hatte wie wild in Richtung des vierten Offiziellen gestikuliert und sich enorm über den Platzverweis von Irvine aufgeregt. Nach einem Hinweis des vierten Offiziellen zögerte Schiedsrichter Tobias Welz nicht lange und stellte Németh vom Feld.

Peter Németh war wütend
Peter Németh war wütendPeter Németh war wütend© IMAGO/dts Nachrichtenagentur

„Er hat mir gesagt, dass die gegnerische Bank vehement eine Karte gefordert hat“, klärte Blessin nach Abpfiff bei DAZN auf: „Das fand er halt unfair. Wahrscheinlich reicht auch eine Gelbe Karte, aber mehr will ich dazu auch gar nicht sagen.“

Union-Coach Steffen Baumgart veränderte seine Startelf im Vergleich zur 0:4-Pleite bei Bayern München auf gleich fünf Positionen und setzte in der Offensive unter anderem auf Oliver Burke und Ilic. Blessin musste derweil auf Abwehrchef Eric Smith verzichten, der wenige Tage zuvor verletzt von der schwedischen Nationalmannschaft hatte abreisen müssen. Den 29-Jährigen und Tomoya Ando (Adduktoren) ersetzten Karol Mets und Adam Dzwigala in der Defensive, im Sturm bot der St. Pauli-Coach Martijn Kaars auf.

Vasilj rettet gegen Doekhi

In der Alten Försterei wurde es zu Beginn direkt brenzlig für seine Mannschaft: Keeper Nikola Vasilj, der sich erst am Dienstag mit Bosnien-Herzegowina das WM-Ticket gegen Italien gesichert hatte, war gleich gefordert und parierte einen Abschluss von Danilho Doekhi aus kurzer Distanz (5.).

In einer wilden Anfangsphase bestimmte Union das Geschehen auf dem Platz, die Gäste fanden nur schwer ins Spiel – gingen nach einem sehenswerten Treffer von Pereira Lage jedoch in Führung: Nach einem Freistoß war der Ball zu dem Mittelfeldspieler zurückgeprallt, dieser zog volley aus rund 22 Metern ab. St. Pauli wurde nun allmählich aktiver. Die Köpenicker konnten derweil aus ihren Ballbesitzphasen weiter kein Kapital schlagen, auch weil Vasilj mehrmals entscheidend eingriff.

Union erwischte auch den besseren Start in die zweite Halbzeit, zu deren Beginn beide Fanlager mit Bannern ihren Unmut rund um das Thema Innenministerkonferenz und Stadionsicherheit ausdrückten. Ilic belohnte die Offensivbemühungen der Gastgeber schließlich per Kopfball nach einer Ecke. Union ließ nicht nach, St. Pauli stemmte sich dagegen. In einer hitzigen Schlussphase gab es dann die beiden Platzverweise, besonders Németh war außer sich vor Wut.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)