André Villas-Boas hat im Rückblick bestätigt, dass er im Jahr 2016 einen Wechsel in die Bundesliga zum FC Schalke 04 ernsthaft in Betracht gezogen hatte. „Ja, das stimmt. Als ich Zenit St. Petersburg verlassen habe, hatte ich einige Gespräche mit Clemens Tönnies, dem damaligen Boss“, erzählte der 48-Jährige bei einer Veranstaltung von Laureus zu SPORT1.
„Wir haben uns in Deutschland getroffen, und es stimmt: Es gab einige Anläufe. Am Ende haben wir uns aber entschieden, diese Gespräche nicht weiter zu verfolgen“, sagte Villas-Boas weiter: „Ich hatte sehr gute Gespräche mit Schalke und auch mit dem VfL Wolfsburg. Es bestand also durchaus die Möglichkeit, nach Deutschland zu wechseln.“
Villas-Boas scheitert bei Chelsea
Der Portugiese galt einst als das Trainer-Wunderkind des internationalen Fußballs. In der Saison 2010/11 führte der damals 33 Jahre alte Villas-Boas den FC Porto ungeschlagen zur Meisterschaft. Zudem gewann der Zögling seines Landsmanns José Mourinho – der schon in jungen Jahren seine Profi-Träume aufgab und eine Trainerkarriere verfolgte – den nationalen Pokal und die Europa League.
Anschließend wechselte er zum FC Chelsea in die Premier League, wo er unter Mourinho Co-Trainer gewesen war. Doch Villas-Boas konnte bei den Blues nicht in die Fußstapfen seines Mentors treten und wurde nach nur acht Monaten entlassen. Auch bei Tottenham Hotspur oder Olympique Marseille gelang es ihm später nicht, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Weitere Titel holte er lediglich mit Zenit St. Petersburg (Russischer Meister 2015, Pokalsieger 2016), das Engagement endete im Sommer 2016.
Auf Schalke wurde Villas-Boas seinerzeit als möglicher Nachfolger von André Breitenreiter gehandelt. Beim VfL Wolfsburg galt er im Frühjahr 2019 als Kandidat für das Erbe von Bruno Labbadia, ehe 2021 erneut Gerüchte aufkamen. Inzwischen hat der frühere Trainer ein neues Kapitel aufgeschlagen: Er wurde zum Präsidenten des FC Porto gewählt.