Erst die deutlichen Pfiffe gegen Nico Schlotterbeck, dann eine ernüchternde Pleite gegen Bayer Leverkusen: Borussia Dortmund hat nach einem größtenteils lethargischen Auftritt gegen die Werkself mit 0:1 (0:1) verloren und damit die dritte Niederlage der laufenden Bundesliga-Saison kassiert.
Robert Andrich (42.) traf mit einem sehenswerten Distanzschuss kurz vor der Pause, nachdem er nach einem schlampigen Pass von Ramy Bensebaini im Spielaufbau auf Fábio Silva den Ball erobert hatte.
Erst in der Schlussphase wurden die Dortmunder aktiver. Serhou Guirassy verpasste mit einem Lattenschuss (83.) den Ausgleich. In der Tabelle kann Spitzenreiter FC Bayern mit einem Sieg am Abend beim FC St. Pauli auf zwölf Punkte davonziehen. Der BVB verpasste damit die definitive Qualifikation für die Champions League. Leverkusen setzte im Kampf um die Königsklasse ein Zeichen und rückte zumindest für eine Nacht bis auf einen Punkt an den viertplatzierten VfB Stuttgart heran.
„Wenn du in die Champions League willst, musst du solche Spiele gegen direkte Konkurrenten gewinnen“, sagte Mark Flekken bei Sky. „Ich sehe das nicht als Bonuspunkte. Wir haben unsere Ziele intern ganz klar angesprochen. Wenn du diese Ziele hast, musst du diese Spiele gewinnen.“
Pfiffe gegen Schlotterbeck
Einen Tag nach seiner offiziell verkündeten Vertragsverlängerung wurde Schlotterbeck beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung mit deutlich vernehmbaren Pfiffen des Dortmunder Publikums empfangen. Auch während der Partie gab es bei Schlotterbecks Ballkontakten vereinzelt Pfiffe zu hören.
Hintergrund: Teil des neuen Arbeitspapiers ist eine deutliche Anhebung des Gehalts, womit er Top-Verdiener wird, und nach SPORT1-Informationen auch eine Ausstiegsklausel, die bereits im Sommer von noch nicht bekannten Topvereinen gezogen werden kann.
Kein Fan-Support nach medizinischem Notfall
Im zweiten Durchgang verzichteten beide Fanlager nach einem medizinischen Notfall auf den organisierten Support.
Nicht übermäßig schön, aber erfolgreich zu spielen, ist der BVB-Modus dieser Saison. Nach dem glücklichen Sieg in Stuttgart begannen die Dortmunder aktiver, sie hatten mehr Ballbesitz ohne große Torchancen – bis Julian Brandt den Ball aus dem Strafraum Richtung Winkel schlenzte. Loic Badé rettete mit dem Kopf auf der Linie (18.). Bayer hatte tabellarisch gesehen mehr Anlass zur Offensive, aber davon war sehr wenig zu sehen.
Nach einer halben Stunde war das Spiel richtig schwach: Bezeichnend, wie BVB-Torhüter Gregor Kobel ein Pass im Aufbau misslang, Christian Kofane frei zum Schuss kam – den Ball aber harmlos zurück in Kobels Arme spielte (33.). Der Dortmunder Fehler vor dem 0:1 passte perfekt ins Bild.
BVB wehrt sich erst spät
Der medizinische Notfall auf den Rängen und der eingestellte Support wirkte sich auch auf das Geschehen auf dem Rasen aus. Wohl auch deshalb gab es auf dem Platz wenig mehr als Ballgeschiebe, Joker Patrik Schick (60.) hatte noch eine gute Chance für Bayer.
Der BVB enttäuschte weiterhin, erst spät stemmte er sich etwas mehr gegen die drohende Niederlage. Guirassy (83.) traf die Latte, Brandt (90.+3) schoss knapp vorbei.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)