Nach dem Fernbleiben der Ultras des FC Bayern München im Bundesliga-Topspiel bei Borussia Dortmund (2:3) hat die Polizei Dortmund ihre Darstellung der Ereignisse veröffentlicht. „Nach ersten Erkenntnissen versuchten gegen 16:15 Uhr Teile der Gästefans, die Einlasskontrolle zu durchbrechen”, heißt es in einem spät in der Nacht veröffentlichten Statement.

Dabei sei es zu körperlichen Übergriffen auf mehrere Ordner des Veranstalters gekommen. In der Folge griffen die eingesetzten Polizeikräfte ein. „Gegen 29 Personen wurde ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch eingeleitet. Im Zuge der Personalienfeststellung kam es zu Solidarisierungshandlungen weiterer Gästefans und zu tätlichen Angriffen auf Polizeibeamte”, teilte die Behörde weiter mit.

Die Bayern-Spieler müssen beim BVB auf die Unterstützung ihrer treuesten Fans verzichten
Die Bayern-Spieler müssen beim BVB auf die Unterstützung ihrer treuesten Fans verzichtenDie Bayern-Spieler müssen beim BVB auf die Unterstützung ihrer treuesten Fans verzichten

Als Folge setzten die Beamten Pfefferspray und den Einsatzmehrzweckstock ein: „Die Ermittlungen dauern an. Insbesondere wird geprüft, ob Personen gefälschte Tickets im Rahmen der Kontrollen vorzeigten.”

Polizei-Statement: Bayern-Fans sehen es anders

Nach SPORT1-Informationen sehen die Fans die Verantwortung hingegen bei den Sicherheitskräften. Sie fühlten sich bei der Einlasskontrolle ungerecht behandelt und sprechen von Schikanen seitens der örtlichen Polizei.

Dies unterstrich die Südkurve München später auch mit einem eigenen Statement. In diesem war von „schweren gewalttätigen Übergriffen der eingesetzten Polizeieinheit gegen Fans des FC Bayern“ die Rede.

So sei es zu einem „einzelnen Handgemenge“ mit einem Ordner gekommen, danach „ging die Polizei unmittelbar und willkürlich gegen umstehende Fans vor. Nachdem sich diese Situation beruhigt hatte, eskalierte die Polizei die Situation mehrfach erneut.“ Verletzungen seien ohne Not bewusst in Kauf genommen worden.

Bayern-Fans protestieren während Spiel

Nach den Vorkommnissen veränderte sich die Dynamik im Gästeblock im Norden des Signal Iduna Parks. Weder große Banner noch Fahnen waren zu sehen. Zudem verzichteten die Bayern-Anhänger auf eine Choreografie, die bei Auswärtsspielen vereinzelt vorgenommen wird.

Sky berichtete zuvor, dass die Fans vor dem Stadion mit Einsatzkräften aneinandergeraten seien. Das geht auch aus im Internet zu findenden Videos hervor. „Es soll eine Auseinandersetzung zwischen der Polizei und einem Teil der aktiven Fanszene der Bayern gegeben haben vor dem Spiel“, sagte Reporterin Britta Hofmann: „Deswegen haben sich rund 500 Fans entschieden, das Spiel im Stadionumlauf zu schauen und den Support einzustellen.”

Bayern-Boss tappt im Dunkeln

Bayern-Sportdirektor Christoph Freund bedauerte die fehlende Unterstützung. „Wir haben das mitbekommen und wollten dann auch wissen, was da los ist. Ich habe da aber keine Details“, wurde der Österreicher von der dpa zitiert: „Schade, dass es sowas gibt bei so einem Spitzenspiel.“

Trotz der fehlenden Unterstützung konnten die Bayern den BVB niederringen und machten den wohl endgültig entscheidenden Schritt Richtung Titel.