Der FC Bayern hat das Angebot an Joshua Kimmich zurückgezogen. Das bestätigte Bayerns Sportvorstand Max Eberl SPORT1 nach dem 3:1-Sieg beim VfB Stuttgart: „Es steht in der Öffentlichkeit. Wenn in der Öffentlichkeit die Wahrheit steht, dann ist das so. Wir verhandeln, wir reden – und wir haben noch nie einen Stand gegeben, wie der Verhandlungsstand ist. Wir reden miteinander und genau das ist das Wichtigste.“

Grund für den brisanten Schritt im seit Monaten anhaltenden Poker: Die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters können Kimmichs Zögern nicht nachvollziehen – und taten nun genau das, was der ehemalige Bayern-Boss Oliver Kahn schon im Januar gefordert hatte.

Joshua Kimmich könnte den FC Bayern verlassen
Joshua Kimmich könnte den FC Bayern verlassen Joshua Kimmich könnte den FC Bayern verlassen

Bayern setzt Kahn-Ratschlag in die Tat um

„Wenn Kimmich zeitnah keine Entscheidung trifft, muss der Klub irgendwann auch bereit sein, Stärke zu zeigen und eine zeitliche Frist setzen“, sagte Kahn damals der Sport Bild: „Wird diese überschritten, kann das Angebot zurückgezogen werden und man bemüht sich um jemand anderen oder setzt auf Spieler im aktuellen Kader.“

Kahn hatte weiter erklärt, dass es für ihn persönlich kein Muss sei, den Kapitän der Nationalmannschaft bei Bayern zu halten. Er sei zwar ein wichtiger Teil der Mannschaft, „aber zum Schluss müssen alle Seiten wissen: Kein Spieler ist unersetzlich. Auch nicht ein Joshua Kimmich“.

Die Entscheidung der Bayern kommt nun dennoch überraschend, da vieles darauf hingedeutet hatte, dass Kimmich in München verlängern wird und Eberl nie etwas von einem Ultimatum wissen wollte.

Eberl hatte Kimmich-Ultimatum abgelehnt

Noch im Januar erwiderte er auf die Kahn-Forderung angesprochen, dass er Kimmich Zeit geben wolle – und ließ sich zudem sogar zu folgender Aussage hinreißen: „Von Ultimaten halte ich relativ wenig.“ Für ihn sei ein Ultimatum „kein Zeichen von Stärke, wenn man sagt, bis zu dem Tag musst du dich entscheiden“.

Eberl konnte sich damals auch eine kleine Spitze in Richtung von Kahn nicht verkneifen und betonte, dass es für einen Außenstehenden auch schwer zu beurteilen sei. Nur wenige Wochen später gibt es dieses Ultimatum nun doch.

Eberl bestätigte nach dem Stuttgart-Spiel aber auch, was SPORT1 berichtet hatte – Kimmich und der Klub sprechen weiter miteinander, die Verhandlungen sind nicht am Ende. „Wir wissen, was wir aneinander haben und wir gehen sehr respektvoll miteinander um. Wir sprechen“, sagte er: „Ich bin nicht skeptisch.“

Dennoch betonte der 51-Jährige auch: „Keiner steht über dem Verein. Wenn ein Spieler sich anders entscheidet, entscheidet er sich anders – und dann wird es auch beim FC Bayern weitergehen. Hier waren großartige Spieler, die auch irgendwann den Verein verlassen mussten, weil man sich nicht geeinigt hat, weil der Vertrag ausgelaufen ist. Es geht immer wieder weiter. Aber an dem Punkt sind wir nicht. Das war jetzt ganz allgemein gesprochen.“

Ein Verbleib von Kimmich in München scheint dennoch keineswegs mehr sicher zu sein.