Die Nachwuchshoffnungen beim BVB haben es in dieser Saison schwer! Daran wird sich auch unter Niko Kovac erstmal nichts ändern. Das machte der neue Dortmund-Coach bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) deutlich:

„Im Moment sieht es so aus, dass wir wirklich die 20 Plätze schon gut abgedeckt haben, sodass es eher sein wird, dass die Jungs unten spielen werden“, erklärte Kovac auf SPORT1-Nachfrage.

Die BVB-Talente haben es unter Niko Kovac nicht leicht
Die BVB-Talente haben es unter Niko Kovac nicht leichtDie BVB-Talente haben es unter Niko Kovac nicht leicht

Noch im Sommer wurden die BVB-Talente um Kjell Wätjen, Cole Campbell, Almugera Kabar und Filippo Mané hochgelobt. Die Verantwortlichen verzichteten im Sommer sogar extra auf einen größeren Kader, damit die Youngster Einsatzminuten und somit die nächsten Schritte in ihrer Entwicklung gehen können. Eine Fehleinschätzung?

Hochgelobte BVB-Talente spielen kaum eine Rolle

Eine Rolle spielte, abgesehen von Jamie Gittens kaum einer von ihnen. Und der Engländer wechselte 2020 aus Manchester ins Ruhrgebiet.

Wätjen (zwei Profi-Pflichtspieleinsätze in dieser Saison), Campbell (sechs), Kabar (vier) und Mané (ohne) kamen kaum zum Zug. Weder unter Nuri Sahin, noch unter Mike Tullberg, der noch vor dem Spiel in Heidenheim betonte: „Junge Spieler müssen Fußballspielen, egal wo.“

Kovac schiebt BVB-Talente in die U19

Diese Meinung teilt auch Kovac, der mit seinen Aussagen deutlich machte, dass die Talente noch nicht so weit sind: „Das Training ist das eine, gerade mit der ersten Mannschaft. Da ist die Qualität schon sehr viel höher als in der U23 oder U19. Aber das Spiel an sich, die 90 Minuten, der Rhythmus, die Belastung, die Läufe braucht jeder einzelne junge Spieler.“

Bei den fehlenden Einsatzzeiten der jungen Talente spielt mit Sicherheit auch die angespannte sportliche Situation eine Rolle. Wätjen, Campbell und auch Kabar dürften am Wochenende wohl nicht Teil des Profikaders sein und anstatt im Signal Iduna Park wohl für die U19 am Trainingsgelände der Dortmunder in der Hohenbuschei auflaufen.

„Auch im Hinblick auf die Youth League, die in der Woche stattfinden wird“, begründete Kovac die Entscheidung und weiter: „Das sind wichtige Minute, die jeder einzelne braucht.“

Lediglich Filippo Mané könnte aufgrund der Ausfälle von Nico Schlotterbeck (Rotsperre) und dem verletzten Niklas Süle im Kader der Profis stehen.

Ausbleibende Entwicklung der BVB-Talente

Dass das Potenzial und die Qualität in der Nachwuchsarbeit eigentlich hoch ist, zeigten in der jüngsten Vergangenheit Beispiele wie Ansgar Knauff, Nnamdi Collins (beide Eintracht Frankfurt) oder auch Hendry Blank (RB Salzburg), Tom Rothe (Union Berlin) und sogar Soumaila Coulibaly (Stade Brest), die auf ihre Minuten – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung – kommen.

Sie alle eint die Dortmunder Vergangenheit und weil sie der BVB gehen ließ, gehen sie jetzt in anderen, wenn auch kleineren Vereinen ihre nächsten Schritte.

Eine kleine Tür ließ Kovac seinen Jungstars allerdings offen: „Wenn die Jungs gute Leistungen bringen, wenn das Benehmen richtig gut ist, dann werden sie auch hier oben Chancen haben.“

Für ihren Alltag – zumindest an den Wochenenden – bedeutet das aber wohl eher wieder U19 oder U23 als die ganz große Fußball-Bühne.