Das Warten nimmt einfach kein Ende. Nachdem der FC Bayern unter der Woche die Vertragsverlängerungen von Manuel Neuer und Alphonso Davies verkünden durfte, richten sich jetzt alle Blicke auf die Verhandlungen mit Jamal Musiala und Joshua Kimmich.

Dabei scheint es so, als würden die Gespräche mit dem DFB-Kapitän besonders kompliziert werden. Beim Rekordmeister kommt das gar nicht gut an.

Der Vertragspoker mit Joshua Kimmich könnte für den FC Bayern nicht einfach werden
Der Vertragspoker mit Joshua Kimmich könnte für den FC Bayern nicht einfach werdenDer Vertragspoker mit Joshua Kimmich könnte für den FC Bayern nicht einfach werden

„Ich möchte einen Spieler nicht überreden müssen, einen Vertrag zu unterschreiben, ich möchte, dass er es aus voller Überzeugung tut“, sagte Max Eberl am Donnerstagnachmittag auf der Spobis Conference in Hamburg.

Wann entscheidet sich Kimmich?

Es ist eine klare Botschaft, die der Sportvorstand damit aussendet: Lange will er an Kimmich nicht mehr baggern müssen. Und in der Tat: Seitens des Rekordmeisters liegen alle Karten auf dem Tisch. Man hat dem 29-Jährigen quasi den Roten Teppich ausgerollt.

Eberl hatte aber noch eine weitere Mitteilung im Gepäck – und zwar an Klub-Patron Uli Hoeneß! „Für mich kann man nicht nach dem Motto arbeiten: ‚Du hast zwei Tage, nimm es oder lass es‘ – denn dann sagt er im Zweifelsfall: ‚Okay, wenn du mir nur zwei Tage gibst, kann ich mich jetzt nicht entscheiden. Dann muss ich nein sagen‘“.

Eberl macht damit deutlich, dass er weiterhin nichts von Deadlines hält – selbst wenn sich so mancher im Aufsichtsrat eine wünschen würde.

Hoeneß will mehr Druck

SPORT1-Informationen zufolge ist es vor allem Hoeneß, der sich in der Causa Kimmich eine härtere Gangart wünscht. Der Verein muss aus seiner Sicht eine klare Linie ziehen und kann sich von einem Spieler nicht vorführen lassen.

Dass sich der Bayern-Star bereits seit über einem halben Jahr ohne Ergebnis beknien lässt, ärgert den Ehrenpräsidenten. Den Druck bekommt derzeit Eberl zu spüren.

„Uli Hoeneß wünscht sich im Umgang bei den Verhandlungen auch mal klare Kante. Mit Kimmich wird das noch eine ganz heiße Personalie“, sagt SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger in der aktuellen Folge des Podcasts „Die Bayern-Woche“.

Wie soll Bayern mit Kimmich umgehen?

Fakt ist: Die Herangehensweise, die sich Hoeneß wünscht, ist nicht die, die Eberl (noch) bevorzugt.

Zwar betonte der Sportvorstand zuletzt, dass er ungeduldig sei. Trotzdem machte er deutlich, dass er bei Spielern wie Kimmich auch Wartezeit in Kauf nehme.

Zudem ist Eberl bereit, für den Bayern-Star an die finanzielle Schmerzgrenze zu gehen. Das könnte dem 51-Jährigen aber die nächste Diskussion einbringen.

Was macht der Aufsichtsrat?

„Es kann wirklich sein, dass der Aufsichtsrat Deals, die Max Eberl auf den Weg bringt, wieder einkassiert und einfach sagt: ‚Max, das hast du alles schön mit Joshua Kimmich verhandelt, aber uns ist das Ganze zu teuer’“, erklärt Kumberger. Dann müsse der Sportvorstand erneut verhandeln.

Auffällig: Die Marschrouten von Eberl und Hoeneß bewegten sich zuletzt erst aufeinander zu, jetzt driften sie wieder auseinander.

Im Sommer 2024, als sich der Sportvorstand noch distanziert zu Kimmich äußerte, umschmeichelte der Ehrenpräsident den Star. Bei einem Termin in Seligenporten sagte Hoeneß: „Joshua ist ein vernünftiger Mann, mit dem man vernünftig reden kann“.

Jetzt hat sich die Situation gedreht. Der eine will schnell Klarheit, der andere will noch warten. Es wird immer komplizierter.

Für Kumberger ist der Fall klar: „Es wirkt so, als wäre Max Eberl für Uli Hoeneß zu geduldig.“

Die ganze Diskussion um Joshua Kimmich, sowie alles weitere zu den Brennpunkt-Themen rund um den deutschen Rekordmeister hören Sie in der aktuellen Folge des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti und Chefreporter Stefan Kumberger.