Max Eberl will beim FC Bayern wie einst sein Mentor Uli Hoeneß vorangehen. Und den Verein dabei auch emotional verteidigen, wenn es sein muss.
In einem Interview mit dem RND gab der Sportvorstand des deutschen Rekordmeisters Einblicke in seine Arbeit.
„Ich möchte diesen Verein und diese Mannschaft schützen und möchte mit dem FC Bayern den größtmöglichen Erfolg haben“, sagte Eberl. Emotionalität gehöre dabei auch im Umgang mit den Medienvertretern dazu.
„Ich kann sehr sachlich, rational und fachlich, aber durchaus auch emotional sein“, erklärte der Bayern-Boss. Besonders in der Mixed Zone nach Niederlagen fiel es dem 51-Jährigen nicht immer leicht, einen kühlen Kopf zu bewahren. „Wenn ich emotional bin, bin ich nicht immer der Rationalste“, gestand der ehemalige Gladbacher ein.
Dennoch betonte er, dass er bei allen Auseinandersetzungen stets ein gewisses Niveau wahre. „Aber ich meine es nie böse“, fügte er hinzu und unterstrich damit seine grundsätzliche Haltung im Umgang mit Kritik.
Uli Hoeneß? „Einer der Macher der Bundesliga“
Die emotionalen Ausbrüche seien keineswegs willkürlich, sondern dienten einem höheren Zweck. Eberl sah es als seine Aufgabe an, die Mannschaft und den Verein zu schützen. Diese Strategie bezeichnete er als „Einmaleins des Erfolges“.
„Die größten Erfolge wird man, trotz aller vorhandenen Qualität, nur erreichen, wenn du als Gruppe geschlossen auftrittst und die Gruppe spürt, dass da einer ist, der sie nach außen hin verteidigt“, erklärte er seine Philosophie.
Dabei orientierte er sich an seinem langjährigen Mentor Hoeneß, dessen polarisierende Art er als vorbildhaft für die Bundesliga würdigte.
„Uli Hoeneß polarisiert ja vor allem, weil er seit 40, 50 Jahren einer, vielleicht sogar der Macher der Bundesliga ist“, betonte Eberl. Die von Hoeneß vorgelebte Menschlichkeit habe er sich zum Vorbild genommen.
„Max, ist das denn gut für dich?“
Seine Zeit in Gladbach hat Eberl bereits auf die mediale Intensität vorbereitet, die ihn in München erwartete.
Doch selbst für den erfahrenen Sportfunktionär stellte die Dimension beim Rekordmeister eine neue Herausforderung dar. Seine Familie, insbesondere seine Mutter, zeige sich besorgt über seine ständige Präsenz in den Medien.
„Meine Mutter fragt dauernd: Max, du bist jeden Tag irgendwo zu sehen, ist das denn gut für dich?“, schilderte er die familiäre Sorge.
Den täglichen Spekulationen beim FC Bayern begegnete Eberl mittlerweile mit einer neu gewonnenen Gelassenheit. „Die Spekulationen rund um den FC Bayern nehmen teilweise schon erstaunliche Ausmaße an“, stellte er fest. Gerade in Transfer-Fragen.
Dabei sieht Eberl derzeit keinen großen Handlungsbedarf: „Wir haben einen Topkader, und jetzt kommen die Verletzten peu à peu zurück. Deshalb ist unser Interesse, jetzt auf dem Markt aktiv zu werden, sehr gering.“ Das große Ziel seien aktuell vielmehr diverse angestrebte Vertragsverlängerungen.
Am Samstag trifft Eberl erstmals mit dem FC Bayern auf seinen Ex-Klub Borussia Mönchengladbach. (Borussia Mönchengladbach gegen den FC Bayern ab 18.30 Uhr im LIVETICKER).